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Binnen sechs Wochen : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwedischen übers. von G. Fink
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Es wäre ſchwer ein hinreißenderes Geſchöpf zu ſehen, als dieſe blonde junge Wittwe, deren Herz, wie man behauptete, gänzlich von Verzweiflung zermalmt wurde.

Ihre lieblichen, hellbraunen Augen ſchienen auch einen bereits mit dem Himmel vermählten Geiſt anzu⸗ zeigen, gleichwie die ganze irdiſche Wohnung dieſes Geiſtes aus ätheriſchem Stoffe gebildet ſchien.

Nun, habe ich zu viel geſagt? fragte der Rek⸗ tor, indem er auf das Boot deutete.Sollte man nicht, nach dieſem ſublim leidenden Geſicht zu urtheilen, an die Sage glauben können, die man ſich erzählt?

An welche Sage? fragte Victor, ohne ſeine Blicke von der feſſelnden Erſcheinung loszureißen.

Daß ſie, gleich der Gemahlin Guſtav Adolphs⸗ das Herz ihres verſtorbenen Gatten aufbewahre. Sie hält es einbalſamirt in einem ſilbernen Käſtchen ver⸗ ſchloſſen.

Ah, eine zweite Maria Eleonora... dieſer Name paßt für ſie, auf Ehre! Aber ich hoffe, daß ſie keinen Grund hat dieß länger zu thun, als es einer Schön⸗ heit mit ſolchen Anſprüchen zuſteht und geziemt.

Nun, Ihre ſchwärmeriſche Majeſtät höchſt ſeligen Angedenkens, welche Anſprüche hätte nicht ſie machen können?

Sie? ganz und gar keine; die Gemahlin Guſtav Adolphs II konnte niemals Erſatz finden. Aber was unſere Wittwe hier betrifft, ſo wäre es eine Ungerechtigkeit gegen das Schickſal an ihrem guten Stern zweifeln zu wollen. War ihr Gemahl nicht ein Ehmann, wie es ihrer Duzende gibt?

Ich weiß darüber nichts; aber da ſie ihm eine ſo ſchmerzliche Trauer widmet, ſo iſt es ganz gleich, zu