I. Die Brüder.
Während der heißeſten Stunden eines brennenden Julinachmittags des Jahres 1840 hatten zwei junge Männer Kühlung in einer Berggrotte an demſelben Strande geſucht, wo ſie als kleine Jungen ihre Schifflein von Baumrinden getakelt und auf die Wogen hinaus⸗ geſandt.
Die beiden jungen Männer waren Brüder.
Sie hatten ſich neuerdings in der Heimath getrof⸗ fen, um in Geſellſchaft einer geliebten Mutter die Som⸗ merferien zuzubringen.
Der ältere von ihnen, Edwin Wallenberg, der vor einem halben Jahr ſein Amt als Rektor in der nahge⸗ legenen Provinzialſtadt angetreten hatte, glaubte in ökonomiſcher Beziehung bereits den Hafen erreicht zu haben, während Victor, der in einem Hofgericht arbei⸗ tete und bis jetzt noch ein Vice vor ſeinem Bezirksamt⸗ mannstitel führen mußte, ſich noch allen Arten von Hä⸗ fen ziemlich fern glaubte.
Der Abend war im Anzug.
Der Sonnenrauch, welcher lange die Gegenſtände verhindert hatte in ihrem rechten Lichte hervorzutreten, begann ſich allmählig zu verziehen, und ein hellblauer Himmel glänzte jetzt über einem hellblauen See, der Carlén, Binnen ſechs Wochen. 1


