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„»Aber was Tauſend focht nur den Grafen an?— rief Herr Morgenroth(ſo hieß der Koch) nach einer Weile aber⸗ mals aus. Er war jetzt ruhiger geworden und ließ Alles wieder in Ordnung ſetzen, ſo gut er konnte. Dabei plau⸗ derte er jedoch ununterbrochen.—„Er iſt ſonſt ein ſo geſetz⸗ ter Menſch, der junge Graf, und man weiß nicht viel Dumm⸗ heiten von ihm. Was gab es denn, daß er ſo raſend hier durchlief?— Der Bediente des Grafen, Guſtav, war durch das Getümmel gleich dem übrigen Geſinde in die Küche ge⸗ lockt worden und unterrichtete geſchäftig Herrn Morgenroth, daß es Mamſell Hilbert, des Inſpectors Tochter ſei, welcher
der Graf nacheile.—„Ja ſo, war ſie es,— erwiederte Morgenroth langſam.—„War ſie es? Ja, da wundere
ich mich nicht mehr über den Grafen. Das Mädchen iſt auch auf meine Ehre ſo ſchön, daß ſie Jedem das Gehirn ver⸗ drehen kann. Ich ſah ſie am Sonnabend, als ſie mit ihrem Vater heimkam, und Gott bewahre mich, ich blieb ſtehen und gaffte ſie an. Wäre ich zwanzig Jahre jünger, ſo wäre ich vielleicht ebenfalls närriſch im Kopfe geworden.“— Unterdeſſen hatte Eduard ſeine Schöne eingeholt; und da er ſo ſehr eilte, hatte dies keine Schwierigkeit, denn Tante Gertrud ging ſehr langſam. Aber nun ſtelle man ſich das Erſtaunen der beiden Damen vor, als ſie den jungen Gra⸗ fen in dieſem Zuſtande erblickten— im Schlafrock und in Morgenſtiefeln, mit der Feder hinterm Ohr und ohne Kopf⸗ bedeckung— ſo weit von ſeiner Wohnung entfernt. Außer⸗ dem war er noch voll Milch⸗ und Mehlflecke, ſo daß er ſehr ſeltſam ausſah. Tante Gertrud ſtarrte ihn ſtumm an, Emma brach in lautes Lachen aus.—„Verzeihen Sie mir, daß ich lache,“— ſprach ſie gleich darauf—„aber woher kommen Sie, Herr Graf?“— Eduard betrachtete nun erſt ſeinen Zuſtande ſich derſelbe fand. Mit bekümmerter Miene ſprach er dann:„Beſte


