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Die Braut auf dem Omberg : drei Bändchen / von Emilie Carlén. Aus dem Schwed. von Gottlob Fink
Entstehung
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Feld beſtellt, der Eiſenhammer in Bewegung geſetzt, werden Kohlenſchuppen, Tennen, Schaaf⸗ und Viehſtälle gebaut, wenn man den ganzen lieben Tag im Walde umherrennt oder auf dem See ſpazieren fährt, nebenbei aber ſo blöde iſt und nicht einmal das Herz hat einem ſchönen Mädchen in's Auge zu ſchauen? Er wird ſeiner Lebtage ein un⸗ tauglicher Menſch bleiben und am Ende als Junggeſelle abſterben.“

„Mann, Mann—“

„Weib, Weib, ich weiß, was ich ſage! Wenn ich und Du einmal unter dem Graſe liegen, ſo werden ſeine Aufſeher, ſeine Verwalter, ſeine Knechte und all das Lumpenvolk ihn betrügen, daß ihm die Augen überlaufen. Er iſt ja ſchlimmer als...“

„Als was?“ fragte Frau Agneta, indem ſie die Bruſt des Lockvogels ausſtopfte, bis er ſtrotzte wie ein neuwattirter Unterlieutenant;„als was?“

„Als ein Narr— denn ein Schwärmer iſt etwas Aergeres als ein Narr.“

„Nun, ſo laß ihn doch unter Vormundſchaft ſetzen. Laß die ganze Welt ſagen, der Gutsherr Kemner habe ſeinen eigenen Sohn mundtodt gemacht, weil derſelbe ein ſchüchterner und ſchweigſamer Jüngling geweſen, weil er eine kleine Leidenſchaft für Jagd und Fiſchfang gehabt, und keinem Menſchen etwas zu Leide gethan habe, wenn er nicht gereizt worden. Doch das iſt lauter dummes Geſchwätz. Sag mir lieber, wo ich eine Stückchen rothes Tuch für die Augbraunen meines Vogels bekommen kann. Haſt Du keinen rothen Lappen in Deinem Käſtchen, mein lieber Johannes?“ 4

„Ach, Unſinn!“ brummte der Alte, nahm ſeine Pfeife vom Tiſch und verließ das Zimmer.

Ungefähr eine halbe Stunde nachher, als Frau Agneta eben die letzte Hand an ihr Werk legte, erſchien der Hütten⸗ beſitzer, mit einem kleinen rothen Streifen in der Hand, von Neuem unter der Thüre.