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Dich, da⸗ ſen mets
61 nes Charakters zurückkehren kann, und daß es immer in höherem oder geringerem Grade von Dir abhängen muß, es hervorzurufen oder zurückzuhalten— eine Sache, von welcher unſer häuslicher Frieden natürlicher Weiſe ganz abhangen muß. Ich...“
Der Rittmeiſter ſchien die Abſicht zu haben, einen neuen Satz zu beginnnen, aber er hielt plötzlich inne. Die Farbe kam und floh auf ſeinem Geſichte, die Lippen zitterten, er warf einen ſchnellen und ſcheuen Blick auf ſeine Gattin, welche ſtotternd ſagte:„Du wollteſt noch etwas ſagen, glaube ich!“
„Ja wohl, ja; doch deſſen bedarf es nicht. Deine ernſte Berufung auf meinen Charakter, die Du neulich thateſt, beweist hinlänglich, daß ich nichts weiter hinzu zu fügen brauche. Deſſen ungeachtet, obgleich wir Gat⸗ ten heißen, mußt Du Dich hüten, noch ferner Dich darauf zu berufen. Meine Seele erfuhr dabei eine Er⸗ ſchütterung, welche das Verlangen hervorrief, hier, ehe wir in unſere Wohnung eintraten, Dir zu zeigen, wohin ſo unbedachtſame Worte führen können. In meinem In⸗ nern erkenne ich es, wenn ich mich geirrt habe, und daß ich vielleicht bisweilen auf Koſten meiner eigenen Ueber⸗ zeugung bei einer gefaßten Idee verblieben bin; doch nicht einmal von meiner Gattin, ja vielleicht am aberwenigſten von ihr dulde ich es, daß ſie darauf hindeutet. Und liegt noch dazu nicht nur eine Art von Spott, ſondern ſogar eine gewiſſe Ueberlegenheit in dieſer Hindeutung, ſo könnte ich gar leicht dahin getrieben werden, auf's Neue und mit vollem Ernſte bei der Ueberzeugung zu verbleiben, daß es keines ganzen Jahres bedarf, um der Welt zu zeigen, daß zwei Menſchen ſchon nach einigen Stunden lange genug bei einander verlebt zu haben vermeinen. Doch ſei diefes genug davon! Ich ſehe es Deinem Blicke an, daß Du beleidigt biſt: um ſo beſſer alſo verſtehſt Du, was ich vor Kurzem fühlte. Aber ich bin Dir die Erklaͤrung ſchuldig: wenn ich auch Deine verſöhnenden Worte ohne Erwiederung ließ, ich dennoch dieſelben be⸗


