bin, allein zu leben— dann begebe ich mich auf eine lange Reiſe, die über Deine und meine Jugend hinausreicht.“
Er ſuchte Fanny's Blick. Jetzt war dieſer geſenkt — vielleicht aber war er doch nicht ſo ſtumm wie ihre Lippen.
„Wenn dagegen,“ fuhr Georg mit geſteigertem Ge⸗
fühle, mit feuriger Begeiſterung fort,„wenn meine Bitten, meine Liebe— meine Liebe, die Dir, der lieblichen Braut meiner Jugend, zeigen würde, daß Du nichts verloren haſt, daß das Herz Deines Georg mit einer Stärke, einer Heftigkeit ſchlägt, gegen welche die ehemaligen Schläge in der Bruſt des Jünglinges matt waren, daß ſeine Ge⸗ fühle von einer Wärme flammen, gegen welche die ehe⸗ malige nur ein lauer Hauch war— wenn dieſe Liebe, dieſe Bitten Deine Furcht überwinden könnten, wenn ſie im Stande wären, in Deinem Herzen Zuverſicht zu er⸗ wecken, wenn Du ſagen koͤnnteſt:„Du armer, verirrter Seemann, ich will Dich wieder annehmen, und Dir von nun an in Leben und Tod folgen!“ Dann, wenn der Alte die Ruhe gefunden hat, nach welcher ſeine müde Seele ſich ſo herzlich ſehnt, beſteigen wir das neue Schiff, und dann, geliebte, angebetete Fanny, dann ſind meine erſten ſeligen Jugendträume verwirklicht, dann kommt auf immer Licht und Kraft und Leben in das Herz Deines Georg!“
Fanny's Bruſt hob ſich von ſchwellenden Wogen. Ihr ſchones Antlitz drückte die hinreißende Seligkeit aus, die Georg's warme Sprache in ihrer Seele geweckt hatte. O, warum ſollte ſie nun zweifeln? Hatte ſie ihn wohl jemals ſo gehört oder geſehen? Und unbewußt entfielen ihr die Worte:„Nein, ich kann nicht zweifeln!“
„Nein, meine Fanny, wie könnteſt Du das?“ ſagte er ernſt und treufeſt.„War ich wohl ihr, die jetzt dahin gegangen iſt, je mit einem Blicke untreu? Nie! Nein, in der erlaubten Liebe zwiſchen zwei Weſen liegt etwas allzu Tiefes und Heiliges, als daß es entweiht werden
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