31 Thereſia, die ſein ganzes Leben hindurch ein Gegen⸗ ſtand ſeiner unaufhörlichen Vaterliebe geweſen. Auch ſie, die einen Flügel der Favorite bewohnte und in wenig Monaten ihrer Niederkunft(mit Joſeph II.) ent⸗ gegenſah, ſollte nicht ahnen, daß ihm etwas Menſch⸗ liches paſſire, ſie ſollte nicht durch den Anblick ſeines Sterbens erſchrecken, weil keines Menſchen Antlitz im Todeskampfe ſchön iſt, ſondern erſt dann ſich zu Frieden und Milde glättet, wenn die letzten Zuckungen des endenden Lebens vorüber ſind.
Seine Diener hoben ihn im Bette auf, und nach der Wohnung dieſer ſchlummernden Lieblingstochter die Hände ausſtreckend, ſprach er mit lauter Stimme den Segen über ſie.
Und der neue Preußenkönig ſetzte, als ihm des Kaiſers Tod bekannt worden war, dieſem Segen jene Erklärung des Zeitverſtändniſſes hinzu, die in geſchicht⸗ lichem Andenken geblieben:„Die Zeit iſt da, wo das alte politiſche Syſtem eine gänzliche Aenderung erleiden kann. Der Stein iſt losgeriſſen, der auf Nebukadnezar's Bild von vielerlei Metallen rollen und es zermalmen wird.“
Wie gut unterrichtet war man am preußiſchen Hofe von Oeſterreichs Finanz⸗ und Militärzuſtänden! Man wußte, daß die öſterreichiſche Monarchie ſich im elendeſten


