Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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fragte der Kleine:Wird Reb Kaſcher mich nicht aus⸗ lachen?

Sag's nur, vom Lachen iſt keine Rede.

Nach kurzem Nachdenken hob der Knabe an: Wenn der Spott iſt dauernder als Stein und ſchär⸗ fer als ein ſchneidig Meſſer, muß es da nicht etwas geben, was dieſe beiden Eigenſchaften übertrifft, alſo noch tiefer eindringt als das ſchneidige Meſſer und für alle Zeit dauert? habe ich mir gedacht.

Die Männer ſahen einander ſtaunend an; der Knabe, der, in ſein Denken verloren, mit hellen, glän⸗ zenden Augen vor ſich hinſah, bemerkte nichts davon, ſein ſchmales, blaſſes Geſicht war wie von Sonnenlicht überleuchtet, als wäre ihm unſaglich wohl im Herzen. Sie hörten ihn ſprechen:

Was kann's anders ſein als das gute Wort, wie es kommt aus der Seele, voller Wahrheit, Milde und Freundlichkeit? Das Wort hat die größte Gewalt auf Erden, ſo muß es auch ſein, wenn es ein gutes iſt, der größte Segen für alle Menſchen, ſobald es eindringt in die Herzen und Schlimmes verſöhnt.

Ende des erſten Bandes

Druck von Bär& Hermann in Leipzig. Papier von Julius Lange in Jeßnitz bei Deſſau.

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