Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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der ſeine Zunge oft zu voreiligen Redeevolutionen gebrauchte, die ihm nicht ſelten, beſonders vom alten Flanz, Abfertigungen zuzogen, welche Muſter pommer⸗ ſchen Humors den hochgeborenen Herrn zum Gegenſtand des Ausgelachtwerdens machten. Der Dönhoff und der Natzmer konnten ſich der Gunſt ihres königlichen Herrn rühmen; aber auch Generale ſaßen hier, die bei dem Schöpfer des Tabakscollegiums nicht ſo hoch in Gna⸗ den ſtanden, weil ſie feinerer Bildung ſich zuneigten, das heißt, Freunde des Kronprinzen waren.

Der Buddenbrock, der Rochow und der Waldaw hatten ſchon vor Jahren, als das Kriegsgericht über den Kronprinzen das Todesurtheil fällte, Zeugniß ab⸗ gelegt, daß man ſelbſt einem Könige gegenüber eine andere Meinung haben und als Mann von Ehre ſie ausſprechen könne, und bei Gelegenheit ärgerlicher Laune ließ der König manche Bemerkung fallen, die ihre Hin⸗ gebung an den Thronfolger geißeln ſollte, die aber, be⸗ ſonders von Buddenbrock beantwortet, dem ſein Ziel verfehlenden Pfeil glich, der ſeinem Abſender keine Freude macht. Noch andere Männer von gutem Na⸗ men in der preußiſchen Armee ſaßen mit an der Tafel; aber auch ein recht beklagenswerther Mann der Ge⸗ lahrtheit, der Profeſſor Morgenſtern, welchen Seine Ma⸗ jeſtät auf deſſen Reiſe nach Moskau, um einer an ihn

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