5 —
königlichen Schöpfer derſelben, ſpottend zu ſagen be⸗ liebte: Er ſpannt immer, aber drückt nie ab.
Für den Kronprinzen, ſeinen Sohn, war das vä⸗ terliche Tabakscollegium ein Ort doppelten Greuels. Nicht nur daß ſeine Geruchsnerven heftig gegen die hier herrſchende Tabaksatmoſphäre ſich empörten, ſon⸗ dern auch ſein Geiſt empfand den tiefſten Widerwillen gegen die rohen und nicht ſelten verletzenden Späße, welche in dieſem Collegium meiſt die Stelle gebildeter Unterhaltung vertraten. Die Herren vom Säbel, aus denen größtentheils die Mitglieder dieſer Geſellſchaft beſtanden, fanden es höchſt beluſtigend, bei Dukſtei⸗ ner Bier und holländiſchem Kanaſter dem Beiſpiele ihres königlichen Tonangebers nachzueifern und ſich in Spöttereien und Verhöhnungen der Wiſſenſchaften und ihrer Vertreter zu ergehen.
Die rothe Tabaksſtube König Friedrich Wilhelms I. und die darin ſich zuſammenfindende Abendgeſellſchaft waren nur eine und hinſichtlich der lokalen Ausſtattung ſogar ſehr dürftige Copie jener vornehmen Tabak ſchmauchenden Societät, wie ſein verſtorbener Vater Friedrich, der erſte Preußenkönig, ſie um ſich zu ver⸗ ſammeln pflegte. Um ſeiner Tabagie gleichſam eine documentale, gewiſſermaßen hiſtoriſche Berechtigung zu geben, hing ein von Paul Karl Leygebe brillant ge⸗
2


