Dieſer von ſeiten Sr. Durchlaucht„brüllende“ Zuſammenſtoß mit dem würdigen Feldwebel fiel nur der Frau Langermann zur Laſt. Ihre Audienz bei der Fürſtin bezweckte nichts Anderes als die Bitte an dieſe, ihren Gemahl zu vermögen, Brommer ſcharf ins Gebet zu nehmen, wie ſie ſagte, damit derſelbe den zähen Widerſtand gegen die Verheirathung ſeiner Tochter Bille mit dem kaiſerlichen Muſikanten endlich einmal aufgäbe. Gottfried Langermann hatte in üb⸗ licher Form geſtern, denn er mußte das Ende ſeines Urlaubs bedenken, um die Bille angehalten, aber Brommer hatte ihm ohne Umſtände erklärt: ſolange er lebte, gäbe er ſeine Einwilligung nicht, denn er wolle ihn nicht unglücklich machen mit einer Weibs⸗ perſon, die von Treu und Glauben keine Spur in ihrem Herzen habe. Als Soldatentochter müſſe ſie wiſſen, was es heiße, treu bis zum Tod zur Fahne zu halten, das ſei aber eben nicht ihre Tugend, und des⸗ halb halte er es mit ſeinem Gewiſſen für unvereinbar, ſeine väterliche Einwilligung zu ihrer Ehe mit ihm, dem Gottfried, zu geben. Nach dieſer Erklärung hatte der Gottfried ſofort die Brommerſche Wohnung ver⸗ laſſen und war abends ſo niedergeſchlagen ins Forſt⸗ haus zurückgekommen, daß ſein Anblick die alten Langermanns förmlich erſchreckte.
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