Teil eines Werkes 
2. Bd. (1867)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

Weibe, der gütigſten Mutter! Hoch! Ausgetrunken bis zur Nagelprobe! Hoch!

Und die fünf Prinzen, ihre vollen Gläſer mit dem ſeinen zuſammenklingen laſſend, riefen ein weithin ſchallen⸗ des Hoch in die ſtille Nacht hinein.

Mein guter Leupold, ſprach die Fürſtin mit weicher, von tiefer Bewegung zeugender Sti mme,Du machſt mich noch ſtolz. Es dürfte wohl nicht viele fürſt- liche Frauen geben, die ſo wie ich von ihren Gemahlen geehrt werden, denn nur das, was nicht künſtlich vor⸗ bereitet worden, was das Herz in einem glücklichen Au⸗ genblicke ſchafft, wie der jetzige Moment dies Hoch ge⸗ ſchaffen hat, das allein iſt Ehre und macht froh.

Ja, aber einige Salven hätten ſchon dazu gehört, Annelieſe, das iſt ſicher. Na, für heute mag's ſein, weil meine Blauen nicht zur Stelle ſind; ein an⸗ deres Mal bring' ich's mit ein, verlaß Dich drauf.

Prinz Leopold Maximilian rief bei ſeinem durch⸗ lauchtigen Vater die Erinnerung an den Beſuch zu Mer⸗ ſeburg ins Gedächtniß und der Fürſt ließ ſeiner Fröh⸗ lichkeit alle Zügel ſchießen.

's war'n verfluchter Jux, ſagte er lachend,über den ſich ſogar der Hofglaſer gefreut haben wird, denn 's iſt nicht ſchlecht gepulvert worden; die Weißröcke ha⸗

ben's los, ein Peloton zu geben, das mit einem Schlage Carion, Der alte Deſſauer. II. 2