Teil eines Werkes 
2. Bd. (1867)
Entstehung
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ſeelenvergnügt über ſeines Lieblings militäriſches Ehr⸗ gefühl.

Bis zum General bringſt Du es im Leben nicht, Mo⸗ ritz, bemerkte ſein Bruder Prinz Guſtav.Ein General muß leſen und ſchreiben können.

Iſt das wahr, Papa Durchlaucht? fragte Moritz, der in Allem, was Kenntniſſe bedarf, der unwiſſendſte Prinz war, den man an einem Hofe damaliger Zeit finden konnte, da ſein durchlauchtiger Papa an ihm, dem jüngſten ſeiner Söhne, das Problem gelöſt zu ſehen wünſchte, was aus einem Menſchen werden könne, der ſogar die nothdürftigſten Schulkenntniſſe entbehre und förmlich als Wilder ohne allen Unterricht aufwachſe.

Kinkerlitzchen, einfältige Kinkerlitzchen! brummte der Fürſt.Mit Leſen und Schreiben ſchlägt man weder eine lumpige Fliege noch einen Feind todt, der mit Ka⸗ nonen und Bajonetten zum Betteltanze aufſpielt. Feder⸗ fuchſer und Generale, das paßt zuſammen wie eine Gans und ein Löwe, verſtanden? Laß Dich nicht ſchüch. tern machen, Moritz, Du biſt gerade ſo recht erzogen, wie Du biſt. Ich verſteh's, den Mann zu taxiren, und ſage Dir, ein General ſchlägt ohne Leſen und Schreiben den Feind beſſer als einer, der erſt lange Schrei⸗ bereien macht und ſich nachher, wenn was ſchief und conträr geht, nicht aus der Patſche zu helfen