Die Saalfenſter wurden ſämmtlich geöffnet, die Durchlaucht von Deſſau brachte Geſundheiten aus unter gewaltigen, von Trompeten, Pauken und ſämmtlicher Feldmuſik geblaſenen und gewirbelten Tuſchen, und die Grenadiere gaben ſo ſtarke Salven zu den Fenſtern hinaus, daß dieſe in Menge zerſprangen und das ganze Schloß und der nahe Dom erbebten. In den Gaſſen der Stadt rollte und praſſelte der Widerhall dieſer Salven wie die dumpfen, ununterbrochen einander fol⸗ genden Donnerſchläge eines überaus ſtarken Gewitters. Wie in ſeinem Grimme ein Ungethüm, erwies ſich Fürſt Leupold auch in ſeiner guten Laune als ein ſolches. Rück⸗ ſichtnahme kannte er nicht, und es machte ihm gerade Spaß, daß die koſtbaren Kleider der Damen wie der Cavaliere durch den den ganzen Saal füllenden Pulver⸗ rauch wie durch das große Gedränge Schaden litten; ſeine und der Soldaten Garderobe waren gegen derlei feindſelige Angriffe geſichert. Verzweiflung und Hunger peinigten den Herzog und ſeine Gäſte, denn erſt um vier Uhr hörte das Geſundheittrinken der deſſauiſchen Durch⸗ laucht und der damit verbundene Höllenlärm auf, indeß von einer Erlöſung aus dieſem greulichen Spektakel war noch keine Rede, denn Fürſt Leupold bekam eine ſchreck⸗ liche Anwandlung von Tanzluſt, und die Regimentsmuſik, unterſtützt von den Hoftrompetern und Paukern, erhielt
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