Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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Zephanja redete weiter, indem ſie ſie daran erinnerte, wie ſie ihr einmal geſagt habe, daß ſie noch nicht wiſſe, was das für ein Schmerz ſei, wenn ein geliebter Mann ein ihm treu anhängendes Herz vergeſſe und in einer Andern ſein Idol gefunden habe.

Ja, Mamſell Gomel, deſſen erinnere ich mich noch ganz deutlich, ſtimmte Elſe bei,und mir ſchoß damals damals gleich das Blatt, daß Sie davon als von einer recht bittern Selbſterfahrung geſprochen haben müſſe. Ich ſah damals ſogar eine Thräne in Ihren Augen glänzen.

Wie groß die Täuſchung geweſen, in der ſie, Ze⸗ phanja, ſich befunden, ſei ihr erſt dann klar und deutlich geworden, als ihr Geliebter, um ihr ſeine Treue zu be⸗ weiſen, ſie hier im fremden Lande aufgeſucht habe. Des Hofjuweliers Gattin zu werden ſei ihr unmöglich. Ihre Verbindung könne nur zu ihrem beiderſeitigen Unglück ausſchlagen.

Elſe fand das vollkommen richtig.Und deswegen kam Sie ſo athemlos heraufgeſtürzt, Mamſell Gomel? fragte ſie.Das begreife ich doch nicht!

Zephanja ſah ſich gezwungen, ihr auch darüber Auf⸗ ſchluß zu geben, wobei ſie an den Vorgang jenes Abends anknüpfte, an dem ſie mit Elſe bei deren Großmutter ge⸗ weſen und mit der Gräfin Eoſel bekannt geworden. Sie