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Herr Dinglinger repräſentirte die feine Hofmanier, der Zaar die rohe Kraft, der die Civiliſation noch blut⸗ wenig Abbruch gethan. Des erſtern hagere Perſönlich⸗ keit zeigte ſich in einem pfirſichblütenen Kleide mit großen ſchillernden Perlmutterknöpfen, einer weißgelblichen ſeidenen, mit bunter Stickerei gezierten Weſte, ſchwarz⸗ ſeidenen Kniehoſen, weißſeidenen Strümpfen mit kunſtreich ausgenähten Zwickeln, Laſchenſchuhen mit breiten ſilbernen, wie Spiegel glänzenden Facettenſchnallen und einer blon⸗ den Stutzperrücke. Die blendend weiße Wäſche, in einem feinen, mit breiten Spitzenkanten beſetzten Halstuche be⸗ ſtehend, deſſen Enden die Weſte bis unterhalb der Bruſt deckten, und die mit gleicher reicher Spizenkante beſetzten, bis an ſein unterſtes Fingergelenk vorreichenden Man⸗ ſchetten zeichneten ihn als einen Mann aus, der ſich in feiner Geſellſchaft zu bewegen gewohnt iſt, und doch war es trotz dieſer feinen Kleidung unmöglich, die Einfachheit zu überſehen, der er huldigte. Er trug nichts von Gold an ſich, außer zwei Trauringen, Zeugen ſeiner beiden Ehen, die der Tod bereits getrennt hatte.
Der Zaar gewährte durchaus nichts von dem Bilde eines Mannes, welchem der Stempel der Erhabenheit als Mitgabe fürs Leben in ſeiner äußern Erſcheinung aufgedrückt iſt. Er war der vollkommene Mann in Grau, wie ſeine Kleidung ihn auch darſtellte, denn er trug ein
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