Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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Beſchützerin.„Ihr ſeid jung, ſchön und glücklich, gnä⸗ digſte Frau,“ ſagte ſie,„und da erſcheinen Euch die Schickſale und Leiden einer alten Frau, die viel er⸗ ſahren auf Erden, gar ſo beſonders intereſſant und ereignißreich; auf der Höhe iſt's trocken und Licht, wenn in den Thälern oft auch Regengüſſe wüthen und die Nacht früher hereinbricht.“

„Auf der Höhe wüthen die Stürme und in der Tiefe brauſen ſie auch,“ ſagte Polixena mit einem Seufzer.„Wähnt nicht, werthe Frau Wellinger, daß ich Kummer und Leiden nicht kenne. Meine Prüfungen ſind nur anderer Art, als die Euren, und eben jetzt liegt manche Laſt auf meiner Seele. Der Kaiſer zürnt mir, weil ich die Freundſchaft für die edle Eva von Lobkowic und das Intereſſe für ihren unglücklichen Vater nicht aufgeben will.— Ich bin in Ungnade gefallen, und mit der Freundſchaft für mich verliert dieß Böhmen, mein liebes Vaterland, ſeine letzte redliche Vermittlerin mit ſeinem Könige. Kaiſer Rudolph ſchließt ſich vor aller Welt ab; aber wenn keiner ſeiner Räthe Zutritt zu dem Monarchen bekam, der Freundin, der Dame, die er ſeines beſondern Vertrauens würdig gefunden, ward er nie verweigert. Jetzt iſt das vorüber. Niemand gelangt mehr zum Kaiſer, als dieſer Schurke Lang, und Geſindel,

ihm ähnlich, die Alchemiſten und Aſtrologen.—

Die

Lage Eures Pflegeſohnes geht mir auch

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