Teil eines Werkes 
3. - 5.Th. (1858)
Entstehung
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maßloſer Eigenliebe. Wo ein ſtattlicher Lovelace ſich herabließ An⸗ träge zu machen, da verdiente und erfuhr eine Clariſſa, die geſchmack⸗ los genug war ſie abzulehnen, weiter nichts als ſeine Verachtung. Ueberdieß vertrug ſich ſtandhafte und andauernde Verfolgung eines Gegenſtandes, ſo wichtig und anziehend er ſeyn mochte, nicht mit der Leichtfertigkeit und Flatterhaftigkeit ſeines Charakters. Aber im gegebenen Fall hatte er für ungewöhnliche Ausdauer andere Motive

als diejenigen, die auf der Oberfläche lagen.

Ein Mann wie Jaſper Loſely ſetzt niemals unbedingtes Ver⸗ trauen auf einen andern Menſchen. Er iſt ſchwatzhaft, unvorſichtig läßt viel heraus, was Macchiavelli ihm nicht zu enthüllen gerathen hätte; aber er hat immer auch ſeine Ecken und Winkel in ſeinem In⸗ nern, die er für ſich behält. Jaſper vertraute ſeiner Adoptivmutter ſeine Pläne auf ſeine beabſichtigte Braut nicht an. Aber ſte kannte dieſelben durch Poole, gegen welchen er offener war; und als ſie ſah, daß er ihre ausgewählte und ſtreng geſichtete Bibliothek eines Blickes würdigte, daß er den höflichen Briefſchreiber und die elegan⸗ ten Auszüge herausnahm, da errieth Mrs. Crane ſogleich, daß Jaſper Loſely einen epiſtolariſchen Verführungsverſuch auf die Wittwe in Glouceſter Place im Schild führte.

Jaſper ſchrieb keinen ſchlechten Liebesbrief im blühenden Styl. Beſonders ſtanden ihm gewiſſe poetiſche Citate zu Gebot, deren Wir⸗ kung auf die weibliche Bruſt er aus wiederholter Erfahrung als eben ſo mächtig kannte wie die Zauberſprüche oder Carmina der vorzeitigen Hexerei. Zum Beiſpiel folgendes Sprüchlein:

Hätt ich ein Herz für Falſchheit offen, Doch könnt ich Dir nie wehe thun.

Eine andere Phraſe, die gewöhnlich angewandt wurde, wenn er bekannte, daß ſeine Laufbahn intereſſant wild geweſen, und daß ſie, wofern man ihm Mitleid verſage, pathetiſch kurz ſein werde, lautete: Iſt von dem Mann, der Dich ſo hoch verehret,

Nichts übrig mehr als ſeiner Fehler Namen.