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von einem ſchwarzbraunen Fremdling, auf deſſen Schulter ein eyniſch aher ſcharf beobachtender Affe ſaß, das Getümmel anſah und deine ne Nüſſe knackte.
Es war jetzt Sonnenuntergang, der Augenblick des größten Ge⸗ wühles, eine belebte luſtige Scene. Der Tag war ſchwül geweſen; keine Wolken waren zu ſehen, außer tief am weſtlichen Horizont, wo ſie ſich in langen Streifen von Gold und Purpur, wie das Grenzland zwiſchen Erde und Himmel, lagerten. Die ſchlanken Ulmen auf dem
Grasplatz ſtanden ganz ruhig da, mit Ausnahme von einer oder zwei, die fich in der Nähe der großen Bühne befanden, und auf welche junge Taugenichtſe hinaufgeklettert waren, deren lachende Geſichter da und dort aus dem unter ihren unruhigen Bewogungen zitternden Laubwerk hervorſchauten. — Inmitten der Volksmenge, die maſſenweiſe dahinſchlenderte, be⸗ fanden ſich zwei Zuſchauer, Ortsfremde, wie man deutlich aus der Aufmerkſamkeit, die ſie erregten, und aus den derben Späſſen erſah, wozu ihr Anzug und ihre ganze Erſcheinung die ländlichen Witzbolde veranlaßte,— Späſſen, welche ſie luſtig und mit guter Laune hin⸗ nahmen, manchmal aber auch mit einer Lebhaftigkeit erwiederten, die ihnen bereits große Popularität verſchafft hatte. Sie hatten in der That Etwas an ſich, was die Lente einnahm und beſtach. Sie waren jung und die friſche Lebensluſt ſtand ſo deutlich auf ihren Geſichtern zu leſen, daß ſie die größte Sympathie erregten und überall, wohin ſie kamen, alle Geſichter um ſie her ſich erheiterten.
Einer der beiden Fremden, die wir auf dieſe Art individualiſirt haben, befand ſich in dem beneidenswerthen Alter von fünfundzwanzig bis ſiebenundzwanzig Jahren, wo Einer mit wahrhaft kläglichen Ver⸗ dauungsorganen behaftet ſeyn muß, wenn er keine Gelegenheit finden kann, ſich das Leben ungemein angenehm zu machen. Aber Ihr könnt es dieſem Gentleman ſogleich anſehen, daß es ſchlecht um die Doktoren ſtände, wenn viele Leute ihm glichen. Seine Wangen waren, obſchon nicht hoch gefärbt, doch geſund und friſch; ſeine hellbraunen Augen


