10
Von dem Vater werde ich nur wenig ſagen; bas Leben eines Kriegers hat nur zwei erwähnenswerthe Ereigniſſe, veſſen erſten Feldzug und deſſen letzten. Mein Oheim that, wie ſeine Ahnen vor ihm gethan— er ging an den Hof und ließ ſich, ſo wohlfeil dieſe Würde gewor⸗ den war, von Karl II. zum Ritter ſchlagen. Was er in der Hauptſtadt ſah, ſagte ihm dergeſtalt zu, daß er jeden Gedanken, dieſelbe je wieder zu verlaſſen, ver⸗ ſchwor, ſich an Sedley und Champagner hielt, mit Lorchen Gwynne kokettirte, das Doppelte von dem Ein⸗ kommen ſeines Bruders an den ritterlichen Grammont verlor, eine von Etherege corrigirte Komödie ſchrieb, und eine Frau nahm, die ihm Rocheſter empfahl. Die Frau gebar ihm ſechs Monate nach der Heirath ein Kind und zwar an demſelben Tage, an welchem die Komödie geſpielt wurde. Zum Glücke für die Ehre des Hauſes hatte mein Oheim das Schickſal des Köni⸗ ges Plimenus von Sicyon— Alles, was er ſo an Nach⸗ kommenſchaft hatte(d. h. das Kind und die Komödie), „ſtarb an dem Tage, da es zur Welt kam.“ Mein Oheim war jetzt nur in Verlegenheit, was er mit ſeiner Frau— dem ihm gebliebenen Schatze beginnen ſolle, deren Bereitwilligkeit, ihn zu verbinden, ſich auf ſo wunderbare Weiſe kund gegeben hatte. Sie enthob ihn der Mühe langen Nachdenkens— welch letzterer Anſtrengung des Geiſtes er nie abſonderlich zugethan war. Am Hofe lebte ein Edelmann, der wegen ſeiner Gemüthsruhe und ſeines feierlichen Weſens einen Na⸗ men hatte; meine Tante ſetzte ihre Ehre darein, mit Drpheus zu wetteifern, und ſetzte ſechs Wochen nach


