Vorrede zur zweiten Ausgabr. (1840.)
Wie zahlreich auch die Dichtungen ſein mögen, womit ich mich, theurer Leſer, bei Dir eingedrängt habe, ſo gab ich doch nur drei von einiger Be⸗ deutung heraus, worin die Erzählung in die Er⸗ eigniſſe der Gegenwart geſchleudert wurde und ihr Colorit durch die Sitten unſerer Zeit erhielt. Der erſte dieſer Romane, Pelham, wurde in einem Alter verfaßt, worin ich die Jünglingsjahre kaum überſchritten hatte, und beſitzt die Fehler, vielleicht auch die Verdienſte der Jugend, worin die Neuheit des Lebens die Beobachtung beſchleunigt, worin wir dasjenige, was auf der⸗Oberfläche der Welt liegt, deutlich ſehen und lebhaft darſtellen, worin wir noch beinahe ein Mitgefühl für die von uns verſpotteten Thorheiten hegen und dadurch unſere Bilder in einem geſchmackvollen Styl darſtellen, welcher deren Uebertreibung wieder ausgleicht. Wann wir älter werden, beobachten wir weniger und denken deſto mehr; wie Frankenſtein ſeciren wir, um zu ſchaffen.
Den zweiten Roman der Gegenwart,* den
„Der„Verläugnete“ ſällt in die Zeit unſerer Großväter und die„Pilger des Rheins“ haben mit dem wirklichen Leben nichts zu ſchaffen: letztere Schrift kann ich deßhalb im eigent⸗ lichen Sinne des Wortes keinen Roman nennen⸗


