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Godolphin : ein Roman / von Eduard Lytton Bulwer. Übers. von Franz Kottenkamp];; Bd. 5
Entstehung
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Sie waren auf Milleid vorbereitet; doch ſie ſahen wohl, daß kein Mitleid angebracht war. Selbſt die Worte des Schutzes erſtarben auf Lady Erpingham's Lippen, und ſie war es, die ſich beſchämt und ver⸗ legen fühlte.

Ich denke die Jahre raſch zu übergehen, welche vergingen, bis Conſtanze erwachſen war. Wir wollen ihre Erziehung betrachten. Vernon hatte ſie nicht nur in der franzöſiſchen und italieniſchen Sprache unterrichten laſſen, ſondern, da er ſelber ein gründ⸗ licher und leidenſchaftlicher Gelehrter war, ſie auch ſelber in den Elementen der beiden bedeutendſten Sprachen der alten Welt unterrichtet. Die Schätze jener Sprachen eignete ſie ſich ſpäter ſelber an.

Lady Erpingham hatte eine Tochter, die ſich ver⸗ heirathete, als Conſtanze ihr ſechzehntes Jahr erreicht hatte. Conſtanze theilte Lady Elevnore Erpingham's Lectionen bei ihren Lehrern und ihrer Gouvernante. Miß Vernon zeichnete gut und ſang göttlich, machte aber keine großen Fortſchritte in der Wiſſenſchaft der Muſik. um die Wahrheit zu ſagen, war ihr Geiſt etwas zu ſtrenge und etwas zu ſehr auf andere Gegen⸗ ſtände gerichtet, um ſich dieſen eiferſüchtigen Talenten ausſchließlich zu widmen, was zu der Ausbildung der⸗ ſelben durchaus nöthig iſt.

Doch von allen ihren Reizen und allen Zeugniſſen ihres ausgebildeten Geiſtes kam keins der außerordent⸗ lichen Anmuth ihrer Unterhaltung gleich. Ohne die conventionellen Leitſeile zu beachten, womit die Geiſter junger Damen gebunden zu ſein pflegen die Leit⸗

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