116 der Gelegenheit. Belaure nicht ſeinen Charakter, ſondern erſieh dir deine Zeit! VIII. Der eitle, anmaßende, tapfre, verliebte, glän⸗ zende Charakter. Dieſe Art von Charakter ſchrie⸗ ben wir früher den Franzoſen zu und noch immer
5 iſt er auf dem Feſtland häufiger, als auf der ge⸗ liebten Inſel, die ich
ich nicht mehr ſehen ſoll. Ein Weſen dieſer Vit it aus vielen falſchen Tugenden zuſammengeſetzt; vor Allem iſt es immer verſchwen⸗ deriſch, wenn ſeine Eigenliebe ſich dazu aufgefor⸗ dert findet— ſonſt nie. Ihr müßt alſo herausfin⸗ den, was ihm Vergnügen macht und den Kuppler gegen ſeine Neigungen ſpielen. So werdet Ihr ihn betrügen— oder auch dadurch, daß Ihr die falſchen Tugenden zur Schau tragt, die er bewun⸗ dert; tragt auf Euern Geſichten dicke Schminke auf und laßt ſie auf dei trogiſchen Kothurn einherſtol⸗ ziren; und drittens meine guten Jungen, werdet Ihr ihn betrügen durch verſchwenderiſche Schmei⸗ chelei und beſonders wenn Ihr ihn anredet: Spie⸗ gel der Ritterſchaft!
IX. Der gerade, verſtändige, rechtliche Mann. Ein empfehlendes, aber nicht eben hochſtehendes Exem⸗
plar unſers Geſchlechts. Dieſen Charatter, meine eliebten Zöglinge, tönnt Ihr Einme daran krie⸗ gen, aber nimmermehr zweimal. Auch könnt Ihr iyn nicht als fremd daran kriegen; er muß Euer
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