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XXIII. Rochefoncault hat geſagt: der Haß gegen Günſt⸗ linge iſt nichts Anderes als das Wohlgefallen an Gunſt; der Gedanke iſt ein wenig eingeſchränkt; der Haß, den wir gegen Jemand hegen, iſt bloß die Folge unſres Verlangens nach einem Gute, in deſſen Beſitz wir ihn glauben, oder das er uns, wenn wir es beſäßen, ſtreitig machen würde. So entſteht der Neid, die gewöhnlichſte Art des Haſſes, aus unſrer Werthſchätzung des Ruhms, oder des Silbergeſchirrs pder der Behaglichkeit, die wir bei Andern ſehen, und die Rachſucht geht hervor aus unſrer Beſorgtheit für unſern Ruf, der gekränkt, unſre Ländereien, die beeinträchtigt, unſre Rechte, die verletzt wurden. Aber der heftigſte Haß iſt der Haß gegen den Reichen, aus Liebe zum Reichthum entſpringend. Betrachte nur recht den armen Teu⸗ fel, der immer über Kutſchen mit Vieren ſpottet. Trag' ihn in dein Buch ein als Einen, der zu be⸗ ſtechen wäre! XXIV.
Meine geliebten Schüler, nur Wenige haben genügend die Kunſt ſudirt, welche durch Anwen⸗ dung von Späßen die Wiſſenſchaft der Gaunerei fördert. Das Herz eines Geringern iſt durch einen Scherz immer bezaubert. Die Leute wiſſen das wohl bei der Spitzbüberei der Wahlen. Wendet es jetzt, meine Schüler! auf die Spitzbüberei des


