130 ſchem, kundigem Finger ihren Inhalt gepruͤft. „Ihre Uhr, Sir!“ ſagte er und ſchob ſie unter dem Sprechen gleichgultig, wie ein Schulknabe ſei⸗ nen Kreiſel, in die Rocktaſche,„iſt ſchwer, aber auf meine Erfahrung bauend, da eine genaue Beſich⸗ tigung mir unmoͤglich iſt, fuͤrchte ich, ſie hat mehr Werth wegen des Gewichts als der Arbeit; doch, ich will Ihre Eitelkeit nicht beleidigen durch ſolche geſuchte Ausſtellungen. Aber gewiß hat die junge Dame, wie Sie ſie nennen,(denn ich erweiſe Ihnen die Artigkeit, Ihnen hinſichtlich des Alters derſelben aufs Wort zu glauben, angeſehen, daß die Nacht zu dunkel iſt, um mir das Gluͤck einer eigenen Beſichtigung zu gonnen die junge Dame hat ſicherlich kleine Schmuckſachen bei ſich, womit ſie uns eine Freude machen kann; die Schdn⸗ heit ohne Schmuck, wiſſen Sie u. ſ. w.“
Lucie, welche obwohl ſehr erſchrocken, doch weder die Beſinnung noch die Geiſtesgegenwart verlor, beantwortete dieß nur damit, daß ſie ei⸗ nen kleinen ſilbernen Beutel hervorzog, der noch weniger enthielt, als der lederne des Squire; die⸗ ſem fügte ſie noch eine goldne Kette bei; und Tomlinſon, der es mit einem verbindlichen Hän⸗ dedruck und einer hoͤflichen Entſchuldigung in Em⸗ pfang nahm, war eben im Begriff ſich zu entfer⸗ nen, als ſein ſcharfes Auge ploͤtzlich durch den Schimmer von Juwelen angezogen wurde. Lucie


