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Voraus zu tadeln entſchloſſen; und wo Jeder, voll granſamer Gerechtigkeit, es für billig erachtet, durch⸗ gängig treffliche Leiſtungen vom Schriftſteller zu er⸗ warten und ihm nirgends Nachſcht zu gewähren. Dies iſt das natürliche, hergebrachte Schikſal der Veröffentlichung; es verſteht ſich, daß auch ich, wie alle welche ſich dazu entſchließen, auf dieſe Bedingun⸗ gen mich gefaßt halte. Aber ehe ich wieder vor einem Publikum erſcheine, das nur um ſo ſtrenger in ſei⸗ nem Urtheil und vielleicht auch um ſo verduzter iſt, als ich in dieſem Buche ſeinen Meinungen Troz biete, laſſen Sie mich einige Minuten hinter der Scene hinbringen und mich durch freundſchaſtliche Zwieſprache mit Ihnen ermuthigen. Es ſchmerzt mich, mein lieber******, wenn ich denke, daß ich meine Blätter nicht mit Ihrem Namen ſchmücken darf; denn es iſt mir wohl bewußt, daß wenn nach Jahren ſich Ihren Talenten die ſchickliche Bahn er⸗ öffnet hat, dieſer Name dann nicht leicht ins Ge⸗ wicht fallen wird, wo man immer Rechtlichkeit und Wahrheit, die Einſicht, welche das Gute erkennt, und den Muth, der es ausübt, als achtungswerthe Eigenſchaften betrachtet. Aber bei Ihren gegenwärti⸗ gen Beſtrebungen dürfte es für Sie kaum von Werth ſeyn, von einem Romanſchreiber gerühmt und in der Zueignung einer Novelle genannt zu werden. Auch würden es Ihre Freunde nicht eben gern ſehen, wenn Sie auf eine ſo prunkend feyerlicheß Art einem Buche die Weihe ertheilen wollten, das Sie, den


