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Fünfundſechzigſtes Rapitel.
Zwei Höllenqualen ausſtehende Seelen.
Am Himmel war keine Spur von dem Gewitter mehr zu ſehen, das die ganze Nacht, in der Fabian verſchwand, gewüthet hatte: jedoch trug die Erde noch die Spuren davon. Der Regen hatte den Boden ge⸗ peitſcht, zuſammengedrückt und gleich gemacht; jede menſchliche Spur war verſchwunden, und Stimmen, die den Tag zuvor ſtumm geweſen waren, ſangen in den Bergen. Es waren dieß ſchlammige Cascaden, ſchmutzige
Ströme, die den Boden, die trockenen Kräuter und die
Bäumchen, welche von den Felſen losgeriſſen worden waren, in die Ebene hinab wälzten.
Ueber dieſen Scenen der Verwüſtung(denn dieſe gelben Fluthen beſpülten Leichname von Indianern, die auf dem Boden lagen) ſchien die Sonne an einem Him⸗ mel, der ſo rein war, wie gewöhnlich.
Ein Mann, auf deſſen energiſchem Geſichte der Schmerz in einer Nacht Furchen, ſo tief wie die durch das Gewitter am Fuße der Nebelberge hervorgebrachten Riſſe, gegraben zu haben ſchien, ſaß, mit geſenktem Haupte, in der Nähe der Pyramide, auf der ſich das Grabmal befand, allein auf einem Felsblocke. Seine grauen Haare hingen über die Wangen herab, deren
ſchwärzliche Farbe bläſſer geworden war: er ſchien die
Feuerſtrahlen nicht zu bemetken⸗ die auf ſeine nackte Stirn fielen.
Es war der arme cauadiſche Jäger.
Die gewohnte Seelenſtärke, die durch die in Be⸗ treff Fabian's ſchon vorher ausgeſtandene Angſt er⸗ ſchüttert war, ſchien unter dem letzten Stoße ganz und


