Teil eines Werkes 
Band 4 (1851)
Entstehung
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auch zur Heilung einer Unzahl von Krankheiten, gegen welche es kein anderes, beſſeres Mittel gibt.

Die Tränke aufzufinden, iſt eine neue Schwierig⸗ keit, und in den dürren Ebenen oder in den undurch⸗ dringlichen Wäldern würde ein Europäer vielleicht vor Durſt ſterben, bevor er eine ſolche entvecken würde..

Die durch den merkwürdigen Inſtinkt, womit ſie begabt ſind, geleiteten Pferde, wählen gewöhalich einen faſt unzugänglichen Teich; allein eine beſtändige Beo⸗ bachtung der Natur verleiht den Grenzbewohnern einen Inſtinkt, der nicht minder wunderbar iſt, als der der Thiere, auf die ſie Jagd machen.

Dieſen Inſtinct nennen wir die Wiſſenſchaft der Wüſte.

Hat einer der Jägertruppe den Ort gefunden, wo die Pſferde ſaufen, ſo vereinigen ſich, da es am Tage liegt, daß letztere mit Sonnenuntergang jeden Tag da⸗ hin kominen müſſen, die verſchiedenen Brigaden vermit⸗ telſt ausgemachter Signale und im Voraus beſtimmter Zeichen in der Nähe der Aguage.

Und dann beginnen die Jagdvorbereitungen.

Wie wir in dem voran ſtehenden Kapitel geſagt, fällen die Jäger zuerſt dicke Baumſtämme, woraus ſie einen ſoliden Corrals) bilden. Letzterer hat einen Ein⸗ gang gegenüber dem Eſtero*), das als Tränke dient.

Eine ſolche Operation dauert, je nach der Anzahl und der Thätigkeit der Jäger, zehn bis zwölf Tage, während welcher Zeit ſie unter dem dichten Laubwerke der Bäume lagern. Glücklich der Reiſende, der ſich für die Legenden der Wüſte intereſſirt, und den um dieſe Zeit ſein Stern mit dieſen wilden Jägern in einem ſolchen Lager zuſammenführt!

Der Reiſende wird, die Pinole⸗ und Cecina⸗Ration der Jäger theilend, die Abende, in der Nähe der vom *) Zaun, Umzäunung.

**) Lagune, Bucht, See⸗Arm.