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auch vielleicht die einzige. Ohne aufzuputzen hatte ſie eine Sache mitgetheilt, die ſie nicht vermuthete, ſon— dern wirklich wußte, und wobei ſie allein die Summe ein wenig uͤbertrieb. Sie verſtand nämlich auf eine oder die andere ihr am beſten bekannte Art, einen Brief vom Oberſten ſich anzueignen, der ihr das ganze Geheimniß des Geldgeſchaͤfts verrieth; ein Geheimniß, das der eine aus Scham und Stolz, der andere aus Zartgefuͤhl und Ehre immer bewahrt haben wuͤrde.
Umſonſt ſuchte Gertrude auf ihrem ſtillen Zim⸗ mer den Sturm in ihrem Buſen zu beſchwoͤren. Tauſendmal ſagte ſie ſich umſonſt im Stillen:„Wie kann ich nur einen Augenblick dem erbaͤrmlichen Ge⸗ ſchwätz dieſer verächtlichen Plauderin lauſchen? Wie kann ich ſo unrecht handeln und den Mann belei⸗ digen, den ich liebe, indem ich ſolchen Verläumdun⸗ gen nur einen Schatten von Glauben ſchenke?— Nein, ich will— ich will nichts glauben! Ich ſchaͤme mich, nur darauf gehort zu haben! Falſch, habſuͤchtig, Betruͤger, Spieler ſollte er ſeyn? Nicht moöglich!“
Gertrude hielt es fuͤr unmoglich, weil— ſie liebte, weil ſie alle Gefuͤhle eines warmen, ed⸗ len, vertrauungsvollen Herzens an das Abbild ihrer Einbildungskraft vergeudete, und dies mit jedem Zuge der Vollkommenheit ſchmuͤckte!— Doch die Ver⸗ blendung der Liebe geht weit. Hätte ſie ihn ſich


