——
20
das darauf weilende Auge ergotzenden Prunk neumo⸗ diſcher Geräthe. Blos der große Arbeitstiſch Eliſa⸗ beths zeigte, daß das Zimmer bewohnt werde. Sonſt herrſchte uͤberall ſteife Förmlichkeit, glaͤnzende Unbe⸗ haglichkeit.
Der Graf und ſeine Schweſter thaten die ge⸗ wohnlichen und noch mehr, als die gewohnlichen Fra⸗ gen uͤber Zeit und Entfernung, Wege und Kutſcher, Gaſthofe und Betten, Wetter und Staub. Miſtreß St. Clair beantwortete ſie alle auf die beſte Weiſe, die, mit welchen ſie ſprach, zu verſbhnen, bis endlich, nach Verlauf einer halben Stunde, Lord Roßville der Meinung war, ſie ſey eine der gebildeteſten, unterrich⸗ teteſten, gefuͤhlvollſten, ächt weiblichſten Frauen, mit denen er je geſprochen habe, und Se. Herrlichkeit war nicht ein Mann, der uͤber jeden Gegenſtand ſchnell eine Meinung faſſen konnte.
Lord Roßville gehörte zu denen, deren Eigenhei⸗ ten, ſind ſie auch unbedeutend, doch ſo deutlich vor⸗ treten, als wenn ſie in recht großen Zuͤgen ausgepraͤgt waͤren. So wie aber auch das Vergrößerungsglas den von ihm betrachteten Gegenſtänden weder Macht noch Kraft verleihen kann, ſo wenig wuͤrde ein Bio⸗ graph die kleinen Schwaͤchen ſeines Geiſtes zu Tu⸗ genden haben erheben konnen. Seine vorwaltenden Leidenſchaften waren von der Art, wie ſie oft den, der ſie hegt, in falſchem Lichte erſcheinen laſſen. Sich als Herr zu zeigen, der Wunſch, Beifall zu ſinden, beherrſchten ſeine ganze Seele. Ohne beſonders einem
——————


