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quellen auf zu fließen, das iſt längſt ſo geordnet. Meine Diener⸗ ſchaft wird nicht unbedacht bleiben, verſpricht ſie ſich aber goldene Berge und Cröſusſchätze, ſo iſt ſie im Irrthum. Was ich in der Nähe der Stadt beſitze, das Haus, die Gärten, das Huus in Walrabs, der Berggarten mit meinem theuren Grabe, das ich gepflegt wiſſen will neben dem meinen, ſoll Alles in treue Dienerhände fallen. Zu meiner hieſigen Verlaſſenſchaft werden ſich lachende Erben melden, Einer davon beſonders wird am Meiſten lachen, er iſt ein geiſtlicher Herr katholiſchen Glaubens.
Sie ſind katholiſch? entfuhr dem Munde des Arztes die Frage.
Ludwig lächelte. Wer fragt danach? Ich bin, der ich bin, und bin, der ich nicht bin.*
Mit dieſer apokalyptiſchen Wendung ſchnitt der Graf die fernere Unterredung ab, und indem er in ein ernſtes Nachſinnen verſank, ward ihm ſo recht die Eitelkeit und Nichtigkeit alles Irdiſchen, das ſo tau⸗ ſendfach vergebliche Ringen und Streben, Mühen und Abquälen der Menſchen in innerſter Seele klar.— Dort lag das Tagebuch der Ahn⸗ frau ſeines Hauſes, der gebornen Herzogin de la Tremouille; er griff mechaniſch nach demſelben und ſprach, indem er es aufſchlug, gedankenvoll vor ſich hin: Wie ſich doch die Kettenglieder der Leben⸗ den aneinander reihen von uralten Zeiten her. Welche Stofffülle! Und ſo ganz begraben, ſo ganz vergeſſen zu ſein!— Auch hier iſt ge⸗ ſchildert, was ſich ewig erneut im ſteten Wechſel und im Laufe der Jahrhunderte, der Herzen unruhvolles Klopfen, der Liebe Kampf und Ringen. Meine Großmutter gab mir dies Buch— und ich— habe keinen Enkel, dem ich es hinterlaſſen könnte. Die Großmutter meiner Großmutter ſchrieb dies Buch, und dieſe erzählte nun wieder von ihrer Großmutter. Welch' eine Kette von Lebenden, die alle zum ewigen Schlummer ſich niederlegten!— Wie beginnt die alte Dame?
„Die kurze Dauer des menſchlichen Lebens und die Ungewißheit der Zeit des Todes hat mich den Entſchluß faſſen laſſen, meinen Le⸗ benslauf aufzuzeichnen, weil derſelbe ungewöhnlich genug geweſen iſt, ſo daß ich in ihm ſichtlich die wunderbare Leitung Gottes erkannt habe, welche Alles zu meiner eigenen Genugthuung gewandt hat.“
Ja, ja— die Ungewißheit der Zeit des Todes! murmelte der Graf vor ſich hin. Selten kommen die Menſchen zeitig zu den rech⸗
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