Teil eines Werkes 
1. Theil (1854)
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gen will, aber um des Dichters Ausſpruch zu widerlegenund doch einmal die beſtrittene Frage nach jenem Rechte zu erheben, von dem die Frage iſt.

Ich werde dir dieſe äußerſt verwickelten Verhältniſſe in gedräng⸗ teſter Kürze mittheilen, meine theuerſte Freundin, antwortete Ludwig. Es ſind ſehr viele Schriften darüber vorhanden, und kam jemals in Deutſchlandein lautes Geheimniß wie Calderon eines ſeiner Stücke nannte, vielfach zur Aufführung, ſo iſt es das unſeres Hauſes. In der Mitte des ſiebzehnten Jahrhunderts lebte Einer der Ahnherren, des Namens Anton Günther, als der letzte des Stammes der Grafen von Oldenburg und Delmenhorſt. Es war der Sohn jenes Grafen Johann des Sechzehnten, dem die Erbtochter von Brabant, Marie, ihre Grafſchaft Jever ſchenkte und vererbte. Wenn ſein Stamm mit ihm ausſtarb, ſo fielen die Güter, welche Mannslehen waren mit Töchtern war das Haus in Uueberfülle geſegnet an das ſtamm⸗ verwandte Königshaus Dänemark, und ſein Sohn, der mit einem deutſchen Freifräulein außerehelich erzeugt war, ging leer aus. Da nun dennoch dieſer Sohn ein tüchtiger Mann zu werden verhieß, ſo verſchaffte ihm der Vater erſt den Adel, dann die Erhebung in den Reichsfreiherrnſtand, er hieß nun Freiherr von Aldenburg und edler Herr zu Varel, und endlich erwirkte der treugeſinnte Vater ihm ſogar pie Würde eines Grafen des heiligen römiſchen Reichs mit ausnehmend ſchönen Begabungen und Bevorzugungen, wie ſie gar nicht beſſer zu wünſchen waren, zum großen Verdruß der Seitenverwandten, der Könige von Dänemark und des Herzoghauſes von Holſtein⸗Sonderburg und Holſtein⸗ ſtein⸗Plön, ja ſogar das Münzrecht wurde ihm verliehen, und als der Vater endlich in ſeinem vierundachtzigſten Jahre ſtarb, ſo gebot der Sohn, Reichs⸗ graf Anton der Erſte, über ſehr anſehnliche Herrſchaften, über die Herr⸗ lichkeiten Kniphauſen und Inhauſen, über die Herrlichkeit und das Amt Varel, über die Vogtei Jahde, und eine Menge einzelne Allode, das ſind freieigene Güter, die keinem Oberherrn zu Lehn gehen, oder

Familienfideicommiſſe. Dieſer Graf vermählte ſich in zweiter Ehe

mit der Großmutter meiner Großmutter, welche letztere du, liebe Sophie, in Hamburg kennen lernteſt, ſtarb aber ſchon acht Monate vor der Geburt ſeines einzigen Sohnes von der zweiten Gemahlin; von der erſten hatte er nur Töchter, welche in die Familien Güldenlöwe, Gö⸗

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