Teil eines Werkes 
1. Theil (1854)
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9. Ein alter Vekannter.

So war das wichtige und verhängnißvolle Jahr 1813 heran⸗ gekommen. Zahlreiche Truppendurchzüge fanden ſtatt und auch das Schloß zu Eishauſen bekam häufig Einquartirung. Doch wurde da⸗ durch in dem gewohnten Gang des häuslichen Lebens längere Zeit nichts weſentlich geändert, bis ein ebenſo unerwartetes als erſchüttern⸗ des Ereigniß eintrat, das wir hier erzählen wollen.

Eines Tages geſchah es nämlich, daß neue Einquartirung an⸗ langte, ein franzöſiſcher Hauptmann mit zehn bis zwölf Waffengefährten. Es waren Flüchtlinge der großen Armee aus Rußland, des Hauptmanns von Narben zerriſſenes Geſicht hatte einen finſter trotzigen Ausdruck. Der auf dem Gute wohnende Verwalter und Philipp, der in jener unruhigen Zeit Haushofmeiſter und Diener in einer Perſon war, empfingen die Soldaten, die dem Verhungern nahe waren. Der kleine Trupp war mit ſeinem Führer über den Wald verſprengt worden und weit von dem in Eilmärſchen dem Rheine zumarſchirenden Haupt⸗ corps abgekommen. Man beeilte ſich, die armen, durch wochenlange Eilmärſche entkräftete Soldaten durch Speiſe und Trank zu laben; Philipp ſelbſt brachte dem Hauptmann ein großes Glas Bordeaur dar, deſſen finſtere Züge ſich bei dem langentbehrten Genuß zu erhei⸗ tern begannen. Plötzlich ſchrak Philipp heftig zuſammen, ſo daß ihm faſt die Flaſche entfallen wäre, aus der er Jenem eingeſchenkt hatte, einen Moment ſtarrte er ſprachlos, wie vom Donner gerührt, dem franzöſiſchen Kapitän in's Geſicht, faßte dabei krampfhaft des Ver⸗ walters Arm, ließ ihn dann ſchnell wieder los und eilte davon. Auch der Franzoſe zeigte ſich plötzlich wie verwandelt, auch er hatte Philipp mit dem gleichen Schrecken angeſtarrt, ſtürzte das Glas Wein vollends hinunter und rief: Gest impossiblel Impossible!

Während deſſen war Philipp nach ſeiner Stube gerannt, verſah ſich hier mit zwei geladenen Piſtolen, war mit einem Sprung aus

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