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der ſprach mir göttlichen Troſt in die Seele. Gottes unerforſchlicher Wille hat vielleicht, ja ganz gewiß, es ſo gefügt; beten Sie ihn in Demuth an. Vergebens iſt das nicht geſchehen, und die unergründliche Weisheit des Herrn wird Sie nicht ungetröſtet laſſen. Erziehen Sie dieſes Kind in der Furcht des Herrn und zu ſeinem Wohlgefallen.“
„Dies beruhigte mich, gleichwohl erkundigte ich mich oft ſehr leb⸗ haft bei meinem Mann, welcher, wie dir, geliebter Leonardus, bekannt iſt, die Geſchäfte jener hohen Familie in Amſterdam beſorgte, nach derſelben, ſo daß Herr Adrianus mich ſogar einmal eine neugierige Frau ſchalt; aber denke dir, wie mir zu Muthe wurde, als mir die Kunde ward, jenes Kind der vornehmen Dame, mein Kind— ſei damals nur in der erſten Verwirrung für todt gehalten worden, es lebe und verſpreche fröhlich heranzuwachſen. Wie freute ſich darüber mein Mutterherz! Aber ſollte ich nun reden? Sollte ich nun jene Mutter mit einer Eröffnung betrüben, die damals die Verwechſelung gar nicht wahrgenommen hatte, denn die Amme des Kindes, wenn dieſe den Irrthum wirklich inne geworden war, hatte jedenfalls die anders gezeichnete Wäſche erkannt, dieſelbe beſeitigt und geſchwiegen, ſonſt wären wohl Briefe an uns gelangt.“
„Fort und fort erkundigte ich mich lange Jahre hindurch nach jenem Sohn, denn ich liebte ihn, mußte ihn lieben, ich hatte ihn ja unter meinem Herzen getragen, aber ich liebte nicht minder dich, mein Leonardus, und verkürzt warſt du auch nicht erheblich. Der Reichthum des Hauſes van der Valck überwog den jenes Hauſes, zumal daſſelbe ſpäter durch die franzöſiſche Revolution unendlich und viel an Kapita⸗ lien verlor, die in Frankreich angelegt waren und das Vermögen ſich durch mehrere Erben theilte, du aber unſer einziges Kind bliebſt, und wenn du auch kein Graf geworden biſt, ſo iſt der Adel unſeres Hauſes wohl ſo alt, wie jener des gräflichen; unſer Wappen⸗Falke im pur⸗ purrothen Felde iſt ſo viel werth, wie das Wappen jener Familie; unſere Vorfahren waren auch Grafen, die Grafſchaft Valckenburg, zum Herzogthum Brabant gehörend, umfaßte ein weites Land, Stadt und Schloß Valckenburg, auf Franzöſiſch Fauquemont, an der Geul waren die Herrenſitze. Du haſt dich, lieber Leonardus, unſeres Namens daher nicht zu ſchämen und wirſt deiner alten Mutter, obſchon ſie nur deine Pflegemutter war, nicht zürnen, daß ſie dich ſo geliebt hat,
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