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legen; ihre Blicke vertieften ſich vielmehr in die feſten Schriftzüge des größten Alterthumsforſchers und Münzkenners ſeiner Zeit, und die⸗ ſelben übten auf die Gräfin gleichſam magnetiſche Anziehungskraft, ſie mußte wieder und wieder leſen, was ihr Pein verurſachte, wie der Wundarzt wohl bisweilen eine Wunde wiederholt brennen muß, auf daß ſie gründlich heile.
Wo iſt er, wo iſt er, der grauſame Brief des ſtrengen Freundes, dem Wahrheit über alles heilig iſt? Ach, jeder ſeiner Briefe ent⸗ hält mehr Tadel als Lob— für was muß er mich halten? Für eine alte Närrin jedenfalls. Und wenn es Narrheit war, was ich trieb und noch treibe, was koſtet ſie mich nicht? Dann unermeßlich viel, ja mehr, als ich verantworten kann.
Welche Worte auf meine Fragen:„Was ich von den Eroberungen für das Cabinet Ihrer Excellenz halte? Daß unter den Stücken, die nach Hamburg gingen und ſich dermalen in ſo ſchätzbaren Händen befinden, ſehr viele anſehnliche ſind, doch müßte ich ſie ſehen, um über deren Aechtheit zu entſcheiden!“— Eine Pille, doch recht ſchön vergoldet.
„Wie ich mit der Anordnung des Enneriſchen Katalogs zufrieden ſei?— Sehr ſchlecht— altväteriſche Art beibehalten,— ſtrotzt von unendlichen Fehlern, und zwar von einer Art, die man nicht leicht einem Anfänger vergeben würde. Man muß erſtaunen, aus Frank⸗ reich, das mit ſeiner Gelehrſamkeit ſo groß thut und uns Deutſche ſo gern herunterſetzt, ein ſo ärgerliches Zeug erſcheinen zu ſehen. Ich rede unparteiiſch, weil ich den Verfaſſer nicht kenne.“
So Eckhel— und ich habe dieſen Katalog mit Entzücken be grüßt und ihn nach allen Seiten hin empfohlen. Van Damme, den Numismatiker zu Amſterdam, mit dem ich Jahre lang Briefe gewech⸗ ſelt, der große Summen für Münzen mir nach und nach abgelockt, enthüllt Eckhel hier als einen ſchamloſen Betrüger, und deſſen Pracht⸗ katalog mit allen ſeinen Bildern, den jener ſo ſündentheuer verkauft, ſei nichts als Aufwärmung der Platten eines elenden holländiſchen Werkes von Haverkamp, im Grafenhage erſchienen. Und ich kenne dieſes alte Werk nicht, und beſitze eine Bibliothek von zwanzigtauſend Bänden!— Und endlich, mein Katalog, das Schmerzenskind meiner
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