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gelangten ſie in das Lager und ſtiegen die Höhe empor, auf welcher Giramonte liegt. Die Zelte und Baracken, durch deren Reihen ſie kamen, waren auf hunderterlei Arten gebaut, aus Steinen, aus Raſenſtücken, aus Brettern und aus Stroh, wie es gerade demjenigen, der ſie ſo viele Monate bewohnt hatte, bequem geweſen war. Mehrere darunter hatte das nächtliche Gewitter halb zerſtört und zuſammen geworfen, daher deckten den Boden ausgeriſſene Pfähle, zerbrochene Zeltſtangen, angefaulte Balken u. dgl., die noch vom Regenwaſſer trieften. Auf mehreren waren Kleider ausgebreitet, um ſie an den Stralen der Sonne zu trocknen, oder es war Kriegsgeräthe daran aufgehängt, welches die Troßbuben und die Bedienten fleißig reinigten und abrieben, angeſpornt von ihren Herren, welche ſich ſehr beeilten, dieſelben anzuziehen. Unter dieſen Bedienten waren viele, welche durch ihre langen Haare, die Form ihrer Bruſt und ihrer Hüften das männliche Gewand, das ſie anhatten, Lügen ſtraften. Es waren Frauen und Mädchen (in der damaligen Zeit waren ſolche von jeder Art in einem Lager zu finden), welche entweder bei der Plünderung irgend einer Stadt geraubt worden waren und von einem rohen und viehiſchen Herrn zu den niedrigſten Dienſten verwendet wurden, oder verliebt und verführt mit irgend einem Soldaten von Hauſe geflohen waren, der nunmehr ihrer ſatt, ſie nur unter der Bedingung um ſich duldete, daß ſie ihn als Troßjunge bediente.
Weiter gehend ſtießen ſie auf größere Bretterhütten, unter welchen die Marketender und Schenkwirthe Gar⸗ küchen hielten und Wein verkauften. Beſchmutzte und häß⸗ liche Knaben drehten lange Spieße am Feuer um, auf welchen Fleiſch in mächtigen Keſſeln geſotten wurde. An langen und ſchlechten Bänken, ſchmutzigen Tiſchen, oder an Fäſſern, die ſtatt der Tiſche aufrecht hingeſtellt waren, ſaßen mehrere Krieger, gierig am Morgenimbiß zehrend, um ſich dann mit denjenigen zu vereinigen, welche in un⸗ geordneten Scharen gegen Giramonte hinliefen. Man


