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aber wie läßt ſich nun helfen? O mein Gott, mein Gott, welche ſchreckliche Sache!“ und mit den Händen in den Haaren raufend, gab er ſich neuem Wüthen hin.
„Wie ſich helfen läßt?“ rief Liſa in Verzweiflung, „aber wie kann man helfen?.. es findet ſich ein Weg es gibt ja ſo viele... aber verftehſt Du denn nicht, daß Bindo nicht ſo ſterben darf.. daß es gar zu ab⸗ ſcheulich wäre, um meinetwillen.... ſein Blut fiele auf mein Haupt. auf das Deine... auf das Haupt die⸗ ſes armen Kindes, welches da iſt. aber es iſt nicht wahr, daß es kein Mittel gibt... O ja, Troilo, ſage mir, es gibt eines.. Du haſt es gefunden. ihr ſeid zwei Männer und da bin ich.. ich allein will für drei handeln o, aber es iſt zu viel. ſoll ich auf der Seele noch das Blut dieſes Kindes haben?. es iſt zu viel, es iſt zu viel.
„Beruhige Dich um Gottes willen!“ ſagte Troilo und umarmte ſie.
„Beruhigt Euch,“ ſagte Fanfulla,„denn mit die⸗ ſem Raſen werdet Ihr wenig ausrichten wir wollen nachdenken, und vielleicht, ich habe mich ſchon ſchlim⸗ mer in der Klemme befunden— aber ſeht, mit Schreien richtet man Richts aus.“
„Ich ſchreie nicht,“ erwiederte das Mädchen ganz bebend,„ſeht, ich bin ganz ruhig, ich gehorche Euch, ſagt ihr mir, was ich thun ſoll, aber rettet mir Bindo! Nicht wahr, ihr habt ein Mittel gefunden?.. O wenn Ihr wüßtet, eine arme Frau, die ſchon von ſo großer Reue gequält iſt, und nun ſoll ich auch dieſen Mord auf der Seele haben. O, ſprecht doch einmal, Ihr habt kein Herz, ihr habt kein Mitleid...
Troilo hatte ſich geſetzt, das Haupt zwiſchen den Händen, auf einmal ſprang er auf die Füße, nahm
Liſa am Arm und ſagte entſchloſſen:
„Ja, bei Gott, es gibt ein Mittel.. ein einziges und es iſt nöthig, es anzuwenden. Liſa, ich opfere Dir mehr, als das Leben. Heute Nacht um drei Uhr,
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