Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn. (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

362

Den 11. November, nach dem beklagenswerthen Tode ſo vieler Nationalgarden, die vor dem übermäch⸗ tigen Feinde gefallen waren, erblickte man von Vinaroz aus einige kleine Schiffe, welche gefangene Carliſten von Karthagena nach Barcelona bringen ſollten. Das Meer war unruhig. Einer dieſer Nachen konnte die Küſte paſſiren; ein anderer aber, mit einhundertſieben⸗ undvierzig Carliſten und deren Eskorte an Bord, ſah, daß er dem Sturme unterliegen müßte, und machte Nothſignale, um auf den Strand zu laufen.

Die Einwohner von Vinaroz, gewohnt gegen feind⸗ liche Angriffe auf ihrer Hut zu ſein, beſorgten anfangs eine Hinterliſt, und beſetzten alle Poſten. Allein bald ſchwand jeder Verdacht; die Nothſignale wiederholten ſich, und man gab nun dem bedrohten Schiff ein Zei⸗ chen, wo es am beſten Land gewinnen könne; es ſtran⸗ dete ſomit nahe am Ufer. Nun ſtürzten ſich die edel⸗ müthigen Leute in die aufgeregten Wogen, und retteten jene hundertſiebenundvierzig gefangene Carliſten nebſt ihrer Eskorte und der Schiffsmannſchaft.

Kein Menſchenleben ging verlorenz allein die Un⸗ glücklichen, welche ſo eben einer drohenden Gefahr ent⸗ ronnen waren, glaubten nun in eine viel größere ge⸗ ſtürzt zu ſein, und fürchten zu müſſen, von dem mit Recht erbitterten Volke als Sühnopfer für jene in und nach der Schlacht getödteten Mitbürger ermordet zu werden; deßhalb ſchrien ſie voll Schrecken:Wir gehoͤ⸗ ren nicht zu Cabrera's Bande!! da rief das Volk ein⸗ müthig:Fürchtet nichts, Ihr ſeid gerettet; wir ge⸗ horchen unſerer Obrigkeit, und tödten keine unbewaffne⸗ ten Feinde! Dieß thaten Jene trotz ihres gerechten Rachegefühls. Gewiß, das Volk von Vinaroz zeigte ſich da erhabener, als bei jener heldenmüthigen Vertheidigung, und ich wollte dieſe ſchone Gelegenheit nicht verſäu⸗ men, ihnen öffentlich meine Achtung zu bezeugen. Schon am 24. November 1838 hatte das Handels⸗