Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6

Die Schildwache, ein junger, rüſtiger, wohl aus⸗ ſehender Menſch von ſtattlichem Wuchs bleibt allein übrig.

Der Soldat, das Gewehr im Arm, geht gemäch⸗ lich den Weg hinanf. Hin und wieder bleibt er ſtehen und ſieht ſich um, ob das Terrain rein.

Da zeigt ſich plötzlich noch eine Geſtalt. Es iſt ein Mann von mittleren Jahren und unterge⸗ ſetzter Geſtalt. Er trägt einen blauen Rock, ein weißes Halstuch und ein ſpaniſches Rohr, letzteres mit übereinandergeſchlagenen Armen gleichſam hinter ſich herſchleppend. Mit den kleinen zugekniffenen Augen

lugt er unſtät umher. Seine Geſichtsfarbe ſpielt in's fahlgraue und iſt wie mit einem matten Fir⸗

niß überzogen. Die Züge um Naſe und Mund⸗ winkel drücken Mattigkeit und Erſchöpfung aus. Die dünn um die Schläfen gruppirten Haare geben dem Geſicht etwas Unheimliches und widerlich Auf⸗ fallendes, ohne daß man die Urſache dieſes abſon⸗ derlichen Umriſſes näher beſchreiben könnte. Die Schritte dieſes Mannes ſind ſchleppend.

Der Spaziergänger, welcher hier ſo allein zu⸗ rückgeblieben iſt, ſcheint etwas zu ſuchen. Als er die Schildwache, welche darauf angewieſen iſt, Diejenigen, welche ſich auf dem Walle verſpäten, zu⸗ rück zu weiſen, gewahr wird, zeigt er nicht die