122 Landes zur Folge hatte; dle ſchönſten und erfahrenſten unter den Tänzerinnen waren aus ihrer Heimath gekommen, nicht von ihrer Kunſt zu leben und einen reichen Sparpfennig zu ſammeln, ſondern mit der offenkundigſten Abſicht, durch ihre körperlichen Reize die Fürſten und großen Herren zu ihren Sklaven zu machen und vom Marke der Unterthanen zu ſchwelgen. An wie vielen Höfen der erſten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts ſehen wir dieſes italiäniſche Gezücht als Maitreſſen das Gemüth ihrer ſchwachen Sultane abziehen von jedem würdigen Ernſte ihres Berufs; wir ſehen ſie, wie ſie boshaft fürſtliche Ehen trennen, und das Leben der wür⸗ digſten Frauen zur Kette von Trauertagen machen. Der ſeufzende Unterthan wurde ſeinem Landesherrn, welcher ſo ge⸗ wiſſenlos mit ſeinem Schweiß praßte, entfremdet. Das böſe Beiſpiel ſteckte wie eine Peſt die höheren Stände an und verbreitete ſich unaufhaltdar weiter. Sünden, welche dem Norden, Gottlob! noch meiſt unbekannt geblieben, unnatür⸗ liche Wolluſt, welche im Süden nie ausgerottet war, kamen durch Kaſtraten und deren Genoſſen, durch den Abſchaum der Weiber in Schwang, und vernichteten Generationen im Keime. Denn die Primadonnen und Haupttänzerinnen waren in der Regel die berüchtigſten Courtiſanen, welche ſich zum höchſten Preiſe zu verkaufen pflegten und zumal den reiſenden deut⸗ ſchen Baronen ihre Mutterpfennige und ihre Geſundheit raubten. Wie häufte der Graf von Brühl die Laſt ſeiner Verſündigung an Sachſen durch ſeine Maitreſſe, die Signora Albuzzi, welche er mit Genehmigung ſeiner gefälligen Ge⸗ mahlin unterhielt! Das Hazard des„Pharao“, jenes Gift des häuslichen Glückes, bis dahin noch fremd in Län⸗ dern, wo man nur im Soldatenlager die Würfel und allen⸗ falls„Landsknecht“ kannte, verpflanzten die Ankömmlinge, bemüht auf jede Art ihren Säckel unter den Barbaren zu füllen, in ihre Geſellſchaften, plünderten die deutſche Ehrlich⸗ keit durch falſches Spiel und Volteſchlagen und zogen mit ihrem Raube heim. Denn es pflegte das Land und deſſen Bewohner, unter denen ſie ihre Ernte gefunden, die Hoch⸗ müthigen anzuekeln, und ſelten blieben ſie mit ihrer Beute
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