Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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ſeine Schülerin in der Wolluſt den ihrigen täuſche, ohne daß er es gewahr werde, daß ſie ſich aber in der Wahl der

Liebhaber ſchwierig zeige, weil es ihr nicht leicht wurde,

einen ſo liebenswürdigen wie ihn, Caſanova, zu finden, was er aus Beſcheidenheit nicht ſagt, aber ſo gütig iſt, zu ver⸗

ſtehn zu geben.

Er kömmt wieder durch Nürnberg und giebt ſich auf dem Paſſe den Namen Seingalt, der ihm in den Mund kömmt, und den er ſeitdem zum ſeinigen hinzufügte, um, wie er zu mir ſagte, ſich adlig zu machen, ohne einem Monarchen dafür verpflichtet zu ſein. Man erkennt ihn, nimmt ihn feſt und der Bürgermeiſter frägt ihn mit ſchreck⸗ licher Miene: Was ſoll dieſer falſche Name?— Es iſt kei⸗ ner, er gehört mir, da ich ihn mir genommen habe; ich habe nicht geſagt, daß ich nicht Caſanova ſei, da ich es bin.

— Welches Recht haben Sie, den andern Namen zu füh⸗

ren?— Ich führe ihn kraft des Alphabets.— Wenn es ſich ſo verhält, können Sie gehn.

Er begiebt ſich nach Frankreich: er erinnert ſich des Kardinals Bernis, des einzigen Mannes, den er hier kennt; er wird von ihm ganz vortrefflich aufgenommen; ſie er⸗ innern ſich beide ihres Abenteuers mit der Nonne; er be⸗ ſucht ihn, wann er will, denkt aber nicht daran, ihn um etwas zu bitten, obwohl ſein Geld weg war. Der Kardi⸗ nal frägt ihn, ob er welches hat und verſchafft ihm eine Stelle bei der Lotterie, die ihm acht oder zehntauſend Liores einbringt. Was will das aber in Paris ſagen! Caſanova giebt dreißigtauſend aus. Er geht mit Operntänzerinnen um, hat Equipage, Bediente, giebt Abendeſſen, hat ein eingerichtetes Haus u. ſ. w.; irgend Jemand mußte dieſe Ausgaben wohl bezahlen. Er trifft zufällig mit einer der vornehmſten Damen des Reichs zuſammen, der ſeine großen Augen, ſeine ſonderbare Naſe, ſein gebräunter Teint nicht wenig gefallen. Er ißt bei ihr zu Abend; man ſpricht von Magie, Aſtrologie, Kabbala; ſehr vernünftig thuend bekämpft er die beiden erſten und verſichert, daß er in der dritten ſehr ſtark ſei. Wollen Sie einen Beweis haben? ſagt er; haben Sie etwas vom Hofe zu fordern? ich wette darauf,

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