Teil eines Werkes 
17. Bd. (1851)
Entstehung
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galt für den Verfaſſer aller jener kleinen Pamphlete gegen die Jeſuiten, welche faſt alle Höfe Europa's überſchwemm⸗ ten. Seine fortwährenden Beziehungen zum venetianiſchen Geſandten hatten ihn in den Stand geſetzt, alle Maßregeln kennen zu lernen, welche unſer Senat gegen die Mönche er⸗ griffen hatte, welche Mittheilung er indeß gar nicht nöthig gehabt hätte, wenn er von den Schriften unſers berühmten Paolo Sarpi hätte Kenntniß nehmen wollen. Campomanes war voll Muth, Ausdauer und Scharfſinn und galt für einen in ſeiner Oppoſition aufrichtigen und uneigennützigen Mann; nur die Liebe zur Tugend und zum Vaterlande be⸗ geiſterten ihn: auch erfreute er ſich der Achtung der auf⸗ geklärteſten Perſonen, dagegen hatten die Mönche, Prieſter, Frömmler und das niedere Volk, deſſen Verderbtheit das Pfaffengezücht nährte, einen tödtlichen Haß gegen dieſen muthigen Schriftſteller. Die Inquiſition hatte ſeinen Un⸗ tergang geſchworen, und man ſagte ziemlich laut, daß Cam⸗ pomanes beſtimmt ſei, in den Gefängniſſen derſelben umzu⸗ kommen, eine Prophezeiung, die ſich leider erfüllt hat, oder doch zum größten Theile. In der That wurde Campoma⸗ nes vier Jahre ſpäter in die Gefängniſſe der Inquiſition gebracht und verließ dieſelben nicht eher als bis er wider⸗ rufen. Olivades, ſein Freund und unſer Tiſchgenoſſe kam noch ſchlechter weg; alle ſeine Güter wurden conſiscirt, und er ſtarb im Exil. Der Graf von Aranda, die Stütze die⸗ ſer beiden Männer würde ebenfalls nicht der Wuth dieſes Geſindels in der Kutte entgangen ſein, wenn nicht der Kö⸗ nig ihm, um ihn der Rache ſeiner Feinde zu entztehn, den Geſandtſchaftspoſten in Paris verliehn hätte.

Karl III., der im Wahnſinn geſtorben iſt, hat für einen König von Spanien und für einen charakterſchwachen, phantaſtiſchen und frömmleriſchen Mann Außerordentliches geleiſtet. Er glaubte ebenſowohl an den Teufel wie au Gott, welcher Glaube ihn zum Werkzeuge ſeines Beichtvaea ters machen mußte. Indeß war dieſer Beichtvater nicht Jeſuit, denn er ſtimmte das königliche Gewiſſen zum gro⸗ ßen Akte der Vertreibung ihres Ordens; aber der gute Pater, deſſen Namen ich vergeſſen habe, hielt feſt an den