Teil eines Werkes 
14. Bd. (1850)
Entstehung
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Sechsundneunzigſtes Kapitel.

Einzige Maskerade. Meine glückliche Kiebſchalt mit

der ſchänen Marquiſe Q. Die verlaſſene Marſeille⸗

rin; ich werde ihr Retter. Meine Abreiſe nach San Angelo.

Da ich die Verpflichtung übernommen hatte, eine Ver⸗ kleidung herbeizuſchaffen, unter welcher wir nicht erkannt werden könnten, ſo wollte ich, daß die Erfindung mir durch ihre Sonderbarkeit wie durch ihren Reichthum Ehre mache. Ich hatte meinen Kopf förmlich auf die Folter geſpannt, und meine Leſer ſollen urtheilen, ob meine Erfindung gut war.

Zur Ausführung meines Plans mußte ich Perſonen ins Vertrauen ziehn; ich brauchte vor allen Dingen einen Schneider, und wie ſich leicht denken läßt, glaubte ich mei⸗ nem Gevatter den Vorzug geben zu müſſen. Zenobia war mir nicht weniger nützlich, als ihr Mann, theils für gewiſſe Frauenarbeiten, theils für die Bedienung der drei zu mas⸗ kirenden jungen Damen.

Ich ging zu Fuße zu meinem Gevatter, und nachdem ich ihn ſeine Arbeit hatte einſtellen laſſen, ſagte ich zu ihm, er möge mich zum größten Kleiderhändler in Mailand führen.

Herr Kleiderhändler, zeigen Sie mir das Schönſte von Männer⸗ und Frauenſachen.

Will der Herr neue Sachen?

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