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wir blieben drei Stunden bei Tiſch und ſprachen un⸗
aufhörlich von dieſer Angelegenheit. Der arme Ver⸗ wundete brauchte mich nur anzuhören, um meine Em⸗ pfindungen kennen zu lernen. Seine junge Freundin, die ebenſo geiſtreich wie hübſch war, ſcherzte, über die thörichte Leidenſchaft ihres Vaters und erzählte nkir, daß er ſie ſeit ihrem elften Jahre wie wahnſinnig geliebt. 1
Sie haben ihm immer zu widerſtehen vermocht? fragte ich.
Ja, immer, wenn er den Spaß zu weit treiben wollte.
Und hat der Spaß lange gedauert?
Zwei Jahre. Ich war dreizehn Jahr alt, als er mich für reif hielt um mich zu pflücken ſuchte, aber ich fing an zu ſchreien, ſprang aus ſeinem Bette und flüchtete in das meiner Mutter, welche mich ſeitdem nicht mehr bei ihm ſchlafen ließ.
Sie ſchliefen bei ihm? Wie konnte Ihre Mutter das,
geſtatten.
Sie konnte nicht glauben, daß ſeine Liebe verbrecheriſch wäre und ich dachte mir nichts Arges. Ich glaubte, was er mit mir machte und mich machen ließ, ſeien nur Klei⸗ nigkeiten.
Und Ihren Mädchenſchmuck haben Sie den gerettet?
Ich habe ihn für meinen Liebhaber aufgeſpart.
Der arme Liebhaber, den der Hunger mehr als ſeine Wunde ſchmerzte, fing bei dieſen Worten an zu lachen, und ſie bedeckte ihn mit Küſſen. Während deſſen war ich in der größten Aufregung. Die Erzählung war zu naiv ge⸗ weſen, als daß ich hätte kalt bleiben können, namentlich wenn ich ſie anblickte, denn ſie beſaß Alles, was man nur bei einer Frau wünſchen kann und ich verzieh faſt ihrem Vater, daß er ſich in ſie verliebt und vergeſſen hatte, daß ſie ſeine Tochter ſei. Als ſie mich nach meinem Zimmer geleitete, ließ ich ſie fuͤhlen, welche Empfindungen ſie in mir geweckt, und ſie lachte, aber meine Bedienten waren da, und ich mußte ſie gehn laſſen.
Am folgenden Tage früh ſchrieb ich an ihren Vater und meldete ihm, daß ſeine Tochter entſchloſſen ſei, ihren Liebhaber nicht wieder zu verlaſſen, dieſer ſei nur leicht
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