Teil eines Werkes 
12. Bd. (1850)
Entstehung
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Vierundachtzigſtes Kapitel.

Der Kardinal Paſſionei. Der Papſt. Mariuccig, Ich komme in Neapel an.

Der Kardinal Paſſionei empfing mich in einem großen Zimmer und war grade mit Schreiben beſchäftigt. Er bat mich zu warten, bis er fertig wäre; aber einen Sitz zu nehmen, konnte er mich nicht einladen, denn er ſelber hatte den einzigen, welcher ſich in dem ungeheuren Zimmer befand, beſetzt.

Als er die Feder niedergelegt, ſtand er auf, kam mir entgegen, und nachdem er zu mir geſagt, er werde mit dem heiligen Vater ſprechen, fuhr er fort: Mein Kollege Cor⸗ naro hätte eine beſſre Wahl treffen können, denn er weiß, daß der Papſt mich nicht liebt.

*n Er. hat den Mann, welcher geachtet wird, dem Manne, welcher geliebt wird, vorgezogen.

Ich weiß nicht, ob der Papſt mich achtet, aber ich weiß, daß er weiß, daß ich ihn nicht achte. Ich habe ihn geliebt und geachtet, als er Kardinal war und zu ſti⸗

ner Erwählung beigetragen; ſeitdem er aber die Tiara trägt,

iſt es etwas anders, denn er hat ſich als ein zu großer coglione gezeigt. Das Conclave hätte Ew. Eminenz wählen ſollen. Durchaus nicht, denn bei meiner Intoleranz gegen Al⸗ les was Mißbrauch heißt, würde ich die Schuldigen ohne 1*