Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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eine Macht über ſie geübt, die nicht eben zu ihrem Vor⸗ theile war.

Nachdem ich erfahren, wo der Sohn des Druckers, der Barbaruccia geheirathet, wohnte, ſparte ich mir das Vergnügen, ſie zu ſehn, fuͤr ein andermal auf, und ebenſo das den ehrwür⸗ digen Pater Georgi zu beſuchen, der in Rom in hohem Rufe ſtand. Gaspard Vivaldi hatte ſich aufs Land zurück⸗ 1 gezogen. 1

Mein Bruder führte mich zu Madame Cherubini.*) Ich fand ein Haus von feinem Tone, wo die Dame mich nach römiſcher Weiſe empfing. Sie ſchien mir einladend,

und ihre Tochter noch mehr; aber ich fand die Anbeter aller Art zu zahlreich. Es herrſchte überall ein Scheinluxus, der mir mißfiel; die Fräuleins, von denen eine ſchön wie der Liebesgott war, ſchienen mir zu höflich gegen Alle. Man legte mir eine intereſſante Frage vor, welche ich in einer Weiſe beantwortete, daß man mir eine zweite hätte vorle⸗ gen müſſen; ich wurde getäuſcht, aber es war mir wenig daran gelegen. Ich bemerkte bald, daß die Stellung der Perſon, welche mich vorgeſtellt, meinem Anſehn ſchadete, und als ich einen Abbé ſagen hörte: Es iſt der Bruder von Caſanova, wendete ich mich zu ihm mit den Worten: Dieſer Ausdruck iſt nicht richtig; Sie hätten ſagen müſſen, Caſa⸗ nova ſei mein Bruder.

Das bleibt ſich gleich.

Durchaus nicht, Herr Abbé.

Da der Ton, mit welchem ich dieſe Worte ſagte, Auf⸗ merkſamkeit erregte, ſo ſagte ein andrer Abbé: Der Herr hat vollkommen Recht; es bleibt ſich nicht gleich.

Der andere Abbé erwiederte nichts. Derjenige, welcher meine Partei genommen hatte, und mit welchem ich mich von dieſem Augenblicke an befreundete, war der berühmte

Winkelmann, welche zwölf Jahre ſpäter unglücklicher Weiſe in Trieſt ermordet wurde.

*) Dieſelbe hieß nicht Cherubini, ſondern Cecca Cheroffini. Sie war die beſonders gute Freundin des faſt ſiebenzigjährigen Cardinals Albani.