Teil eines Werkes 
7. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Wahrheit des Sprichworts: In vino veritas. Dieſes er⸗ bärmliche Weſen hatte ſich in der oben gegebenen Erzählung wahrheitsgetreu geſchildert.

Zweiundfünfzigſtes Kapitel.

Soradari's Verrath. Wittel, welche ich gebrauche, um

ihn dumm zu machen. Pater Balbi vollendet glücklich

ſeine Arbeit. Ich verlaſſe mein Gekängniß. An-

zeitgemäße Betrachtungen des Gralen Asquins. Augen- blich des Ausbruchs.

Soradaci hatte meine Briefe ſeit zwei oder drei Tagen, als Lorenz ihn Nachmittags abholte, um ihn zum Secre⸗ tair zu führen. Da er mehrere Stunden wegblieb, ſo hoffte ich ihn nicht wiederzuſehen, zu meinem großen Erſtaunen kehrte er aber am Abend zuruͤck. Als Lorenz ſich entfernt, ſagte mir mein ſchrecklicher Gefährte, der Secretair habe ihn in Verdacht, den Caplan haben warnen zu laſſen, da dieſer Prieſter nie beim Geſandten geweſen, und da man keine Schrift bei ihm gefunden. Er ſagte, nach einem langen Verhöre habe man ihn in ein ſehr enges Gefängniß ge⸗ bracht, wo man ihn mehrere Stunden gelaſſen; ſodann habe man ihn wiederum gefeſſelt, und in dieſem Zuſtande habe man ihn nochmals vor dem Seecretair geführt, welcher das Geſtändniß von ihm haben wollte, daß er in Iſola geſagt, der Prieſter würde nicht wieder dorthin zurückkehren; er habe indeß ein Geſtändniß nicht ablegen können, da er nie etwas Derartiges geſagt. Der Secretair ſei endlich müde geworden und habe den Häſchern geklingelt, um ihn wieder hierher zu bringen.

Dieſe Erzählung erfüllte mich mit Traurigkeit, denn ich ſah klar, daß dieſer Elende lange bei mir bleiben würde.