*
187
Zweiundzwanzigſtes Kapitel.
Ich beginne meine magiſche Operation.— Schreckliches
Ungewitter, welches mich dabei überkällt.— Ich gebe
die Sache aut und verkauke die Scheide an Capitani.—
Ich kinde Ginlietta und den angeblichen Graken Celi,
der Grak Alkani geworden, wieder.— Ich entſchließe
mich nach Neapel zu gehen.— Was mich auk einen andern Weg bringt.
Am folgenden Tage ſollte ich die große Operation machen, denn ſonſt hätte ich nach den hergebrachten Ideen bis zum Vollmonde des nächſten Monats warten müſſen. Ich ſollte die Gnomen beſchwören, den Schatz an die Ober⸗ fläche des Bodens und zwar an den Ort, wo ich die Be⸗ ſchwörung machen würde, hinaufzuſchaffen. Ich wußte wohl, daß ich die Operation verfehlen würde, aber ich wußte auch, daß es mir nicht an Gründen fehlen würde, um Franzia und Capitani zu befriedigen. Bis dahin mußte ich meine Rolle als Magier, in die ich mich närriſch ver⸗ liebt hatte, ſpielen. Ich ließ Javotte den ganzen Tag ar⸗ beiten, um etwa dreißig Blätter Papier, auf welche ich die ſeltſamſten Figuren gemalt hatte, zu einem Kreiſe zuſam⸗ menzunähen. Dieſer Kreis, welchen ich maximus nannte, hatte einen Durchmeſſer von drei geometriſchen Schritten. Ich hatte mir aus dem Olivenzweige, welchen mir Franzia aus Ceſena mitgebracht, eine Art Scepter oder Zauberſtab, gemacht. So vorbereitet, ſagte ich zu Javotte, ſie ſolle ſich
um Mitternacht, in dem Augenblicke, wo ich aus din Zau⸗ 9 9
berkreiſe heraustreten würde, bereit halten.T Sie empfing dieſen Befehl keineswegs mit Widerwillen, denn ſie ſehnte ſich danach, mir dieſen Beweis des Gehorſams zu geben, und ich, der ich mich als ihren Schuldner betrachtete, ich fühlte mich gedrängt, ſie zu befriedigen.
Als die Stunde gekommen war, befahl ich dem Vater! und Capitani, ſich auf dem Balkon außzuſtellen, theils um


