1 O8 ◻
e d
161
Ganz vortrefflich, ſagte der Plauderhafte, aber weshalb ſol⸗ len wir die Wahrheit von einem Duell abhängig machen und uns die Hälſe brechen, wenn ich die Thatſache durch ſie ſelbſt bezeugen laſſen kann?
Ich wette fünfundzwanzig Louis dagegen, erwiderte der Unglückliche.
Ich nehme die Wette an, gehen wir.
Die beiden Streitenden gehen zuſammen weg und ge⸗ hen direkt zu der Dame, welche ſie ſo eben geſehen, und welche erklären ſollte, wer von beiden die Wette gewonnen.
Sie fanden ſie bei ihrer Toillette. Meine Herren, ſagte ſte, als ſie dieſelben eintreten ſah, welches günſtige Geſchick führt ſie zu dieſer Stunde zuſammen her?
Eine Wette, Madame, ſagte der Ungläubige, und nur Sie können den Streit, der ſie veranlaßt hat, entſcheiden. Der Herr rühmt ſich, von Ihnen Alles erlangt zu haben, was eine Frau einem beyvorzugten Liebhaber bewilligen kann; ich habe ihn förmlich Lügen geſtraft und wir ſtan⸗ den im Begriffe uns zu duelliren, als er mir den Vorſchlag machte, die Thatſache durch Sie beſcheinigen zu laſſen. Ich habe fünfundzwanzig Louis gewettet, daß Sie es nicht thun würden, und er hat die Wette angenommen. Entſcheiden Sie nun, Madame.
Sie haben verloren, mein Herr, ſagte ſie zu ihm, aber jetzt bitte ich Sie beide, ſich zu entfernen und zeige Ihnen an, daß, wenn Sie wagen wieder zu kommen, Sie es be⸗ reuen werden.
Die beiden unbeſonnenen Menſchen entfernten ſich ſehr niedergeſchlagen. Der ungläubige bezahlte, aber da er ſich ſehr ärgerte, ſo behandelte er den Sieger als Gecken und acht Tage darauf tödtete er ihn im Duell.
Seitdem geht die Dame ins Caſino, beſucht Geſell⸗ ſchaften, giebt aber keine mehr und lebt ſehr gut mit ihrem Manne.
Und wie hat der Mann die Sache aufgenommen?
Aufs Beſte, als Mann von Geiſt. Er hat geſagt, wenn ſeine Frau ſich anders benommen hätte, würde er ſich
III. 11


