Teil eines Werkes 
2. Th. (1806)
Entstehung
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der Oſtſee, iſt ſehr ſchlecht gepflaſtert, und ſtets mit Schmuz bedeckt; ungeachtet deſſen giengen die Frauenzimmer in nankinenen Schuhen und ſeidnen Struͤmpfen, und ließen manchen huͤbſchen Fuß ſehen. In der Citatelle, die einen ſchönen

Anblick der Stadt gewährt, ſahen wir die Ge⸗

faͤngniſſe in einem nicht ſonderlichen Zuſtande.

Manns, und Frauensperſonen trugen Eiſen, die

zwiſchen dem Knie und der Wade von jedem Fuße befeſtigt waren. Da ich dem Gefangenen⸗ waͤrter, der ein wenig Engliſch redete, das un⸗ nöͤthige Grauſame und ſelbſt das Unanſtaͤndige vorſtellte, die weiblichen Gefangenen auf ſolche

Weiſe zu behandeln, ſo bemerkte er verdrießlich:

Er habe mehr von den Frauen, als den Maͤn⸗ nern zu fuͤrchten, jene ſeyen im Grunde an al⸗ lem Ungluͤck ſchuld, und man muͤſſe ſich daher vor ihnen am meiſten huͤten.

In Memel vergiengen uns zwey Tage in ſtuͤndlicher Erwartung, der Wind werde ſich aͤn⸗ dern, um zu Waſſer nach Koͤnigsberg zu gelan⸗ gen, ſtatt uͤber eine Strecke von bergigem San⸗ de zu fahren, die achtzig Meilen lang und drey Meilen breit iſt, die kuriſche Nehrung genannt, die bis eine halbe Meile von Memel gehet und die Oſtſee von einer großen Waſferflaͤche ſcheidet, welche bis eine Station von Koͤnigsberg hinlaͤuft.

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